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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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testen Ausdrücken zu bejammern, daß ihr umlaufendes Geldan thatsächlichem Werth höher stehe als an Gehalt. Sonstbeklagt man ein Volk, dessen Münze die Geltung nicht mehrbehaupten kann, die ihr Name beansprucht. Hier haben wirein Volk, das jammert, weil seine Münze mehr erzielt, alssie beanspruchen kann. Wir in Deutschland müssen unssagen lassen, unsere Verlegenheit erkläre sich dadurch, das;unser Silbcrthalcr, der nach dem officicllen Maßstabe desMüuzgcsctzcs gleich drei Zchntheilen einer Goldkrone seinsolle"), auf Grund des hcrabgcsnnkcncn Silbcrwcrthcs nuruoch etwa 2'/i>, derselben Krone rcpräscntirc. Ganz mitRecht wird hinzugesetzt, daß, da unser Thalcrfuß der ein-zige, in welchem Zahlung zu erzwingen, wir eigentlich vor-übergehend in die Reihe der Länder eingetreten seien, welcheeine fietive Währung haben. Denn wenn anch ein Thalernicht absolut wcrthlos sei, wie ein Stück Papier , so sei dochjede Münze, die nicht mehr ihren Nominalwcrth an Voll-gchalt rcpräscntirc, cinc nicht auf Wahrheit, sondern aufFiction beruhende. Mit gewissem Rechte, wenn anch nichtmit vollem, aber Um das Ucble der Lage möglichst scharfzu charaktcrisiren, sagte man dann: Wir behaupteten kaumcinc bessere Stellung in der europäischen Geldgescllschaft alsOesterreich, Italien oder Rußland mit ihrem papierenenZwangscurs.

Was aber werden die also Klagenden dazn sagen, daß dieniederländischen Beschwerdeführer von ihren eigenen geradezuentgegengesetzten Zuständen genau in dcnsclbcn Ausdrücken

Wir lassen hier die leichter geprägten neuern Silbcrmiinzcnaußer Frage, um die Beispiele nicht nunüthig zn verwickeln.