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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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redeten! Die Denkschrift des niederländischen Ministeriumsselbst erwähnt als einer-sehr bedenklichen Thatsache des Um--standcs, daß das holländische in Silber geprägte Geld anWerth im Verhältnisse zum Gold statt zu fallen gestiegensei und nach dem Münzwerthe beider Metalle einen unver-dienten Mehrwert!) vou 9 Proccnt darstelle. Das Mini-sterium spricht davon, daß man suchen müsse, das hollän-dische Geld wieder ans einen wahren Mctallfnß herabzusetzen,und daß dazu kein anderer Weg offen bleibe, als die Gold-währung einzuführen. Dort findet man also, daß auch eineMünze, die höhern Werth aus dem Weltmarkte behauptetals ihreu Mctallwerth, eine fictive Münze ist, und spricht ebensodavon, daß man ihr wieder ihren echten Mctallwerth sichernmüsse, dnrch herabmindernde Maßregeln, wie wir dasUmgekehrte dnrch Verbesserung ihres Gehaltes erstreben. Undlogisch wie ökonomisch ist die Ausführung von Grund ausgerechtfertigt.

Die rotterdamcr Handelskammer klagt in ihrer Denk-schrift, daß jetzt, da die Unze Silber in London nur noch57'/-, Pence werth sei, 1 Pfund Sterling in holländischemSilbcrgeld nach des letzter» Gewicht gerechnet 12'/2 Guldenkosten sollte. Statt dessen könne man sich 1 Pfund Sterlingmit diesem holländischen Silbcrgeldc um den Spottpreis vonll^/s Gulden verschaffen. Früher, sagt sie, bekamen wir inHolland für 1200 Gulden unsers Geldes 100 englische So-vcrcigns; jetzt bekommen wir 102 dafür, und was dasSchlimmste ist, unsere 1200 Gulden sind doch eigentlich nur36 solcher Sovcreigns werth! Halten wir diese Klage mitder unserigcn zusammen, daß wir ehedem Thaler für