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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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geben! Will man auch die Behauptung zulassen, der ersteSchrecken der Silber besitzenden und erzeugenden Länderüber die deutschen Beschlüsse hätte cincu ungerechtfertigtenmoralischen Druck auf den Silbcrmarkt ausgeübt, so müßtedoch seitdem annähernd das Gleichgewicht sich hergestellthaben*),besonders angesichts der schwachenSilbcrcinziehungcn,die bei uns stattgefunden, denn diese haben den« eigentlichenStock unserer Silbervorräthe noch gar nicht berührt, folg-lich auch noch nicht auf den Mctallmarkt gebracht. Boni>er Zeit an, da bei uns die Einführung des Goldfußcs be-schlossen wnrdc, thatsächlich von Anfang 1872 bis zum24. Juli 1875, sind im Deutschen Reiche umlaufende Sil-bcrmünzcn eingezogen worden zum Belaufe von 202' 2 Mil-lionen Mark, und etwas mehr als die Hälfte dieses Be-trags (116 Millionen) war bis ebendahin an neuenRcichsmünzen wieder ausgeprägt. Da jedoch diese neueNcichsmünze um ein Zehnthcil leichter an Silbcrgcwicht ge-schlagen wird als der alte Thalcrfuß, so befänden wir unsin Gegenwart einer Wiederverwendung von I0IV2 MillionenMark gegenüber einer Einziehung von 202^2 Millionen,bleibt Ucberschuß 98 Millionen Mark. Obwol die letztenBerichte über die nach dem Auslande bewerkstelligten Silber-vcrkäufe uus nicht vorliegen, so können wir rnhig annehmen,daß von diesem Uebcrschnß noch ein Theil auf Lager undfür Verwendung zu Neuprägungen zurückgehalten wird. Wirgreifen gewiß zu hoch, wenn wir den Betrag von 90 Mil-

*) Auch der seitSS'/z wieder erzielte höchste Preis von 56^ stelltimmer noch eine Werthrelation von 16°/g zu 1 dar, d. h. einen Rück-stand von 7 Procent gegen das normale 15'/- zn 1.