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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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Einzug, den wir noch nicht einmal ganz zn Markte gebrachthaben. Wie ungereimt erscheint neben diesen Ziffern derVorwurf, daß wir mit unserer Silberanöstoßung den Marktgedrückt hätten!

Fassen wir die Sache von der andern Seite auf, d. h.von derjenigen der Silbcrgcwinnung, so greifen ihr gegen-über ?ic Ziffern unsers Angebots ebenso bescheiden ein wiegegenüber dem allgemeinen Verbrauch. Die Einfuhren vonSilber aus den Vereinigten Staaten nach England alleinbelaufen sich in den letzten Jahren auf so viel als die euro-päischen Silberausfuhren nach Indien, uud die Gcsammt-production der Welt wurde schon in den sechziger Jahrensicher viel zu niedrig auf das Doppelte des iudischen Ver-brauchs, d. h. auf 240 Millionen Mark im Jahre veran-schlagt. Seitdem haben namentlich in Nevada die Silber-fünde noch riesenhafte Fortschritte gemacht. Die Einfuhr vonSilber nach England aus der ganzen Welt belief sich in denletzten Zeiten auf etwa 300 Millionen Mark, nnd die Silbcr-production blos der Vereinigten Staaten , die bis Ende derfünfziger Jahre 50000 Dollars jährlich aufbrachte, belief sich1873 auf 44'/2 Millionen, d. h. das Neunfache, oder aufmehr als das Doppelte unsers deutschen SilbcrcinzngS.

Wer will nach all dem glanbcn, daß die geringe Anfuhr,welche Deutschland auf den Silbermarkt gebracht hat, hin-reichte, um deu Stand desselben so durchaus zu verändern,

den lateinischen Staaten fixirte, in Anschlag und bleiben damit ent-schieden hinter der Wirklichkeit znrnck.

Die Silbergewinnnng selbst in Europa hat letztlich so zuge-nommen, daß sie eine merkbare Stcigcrnng im Preise des zur Schei-dung nöthigen Bleies nach sich gezogen hat.