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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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Strcitfrag über dcn wirklichen Betrag des noch umlaufendenSilbcrcourants zn lösen versuchen, ehe sie Hand daran legt,es außer Cnrs zu setzen; sie mag endlich Anstand nehmen,ein zwar durch die Umstände angezeigtes, aber im Münz -gcsctz nicht wörtlich vorgesehenes Zwischcnstadinm dadurchzu schaffen, daß sie die grobe Silbermünze zwar als Con-rantsilbermünzc außer Cnrs setzt, aber als Scheidemünze imVerkehr läßt, damit dieselbe der noch nicht in genügendemUmfange ausgeprägten Neichssilbermllnze vorübergehend alsErgänzung diene.

Kann unter solchen Umständen ein gerechter Vorwurfnicht daraus gemacht werden, daß mit der Ncichswährungfür den 1. Januar noch nicht sofort die Rcichsgoldwährnngverkündet worden, so ist damit die dringendste Aufforderungzu verbinden, daß dieser Tchlnßstcin in möglichst kurzer Fristeingesetzt werde. Erfolgt dies, so bleibt für eine wirklicheKritik kein Raum. Eine hypothetische Kritik für dcn Fallunbegründeter Sänmniß zu erheben, hätte selbstverständlichkeinen Sinn. Vielmehr ist einzuräumen, daß die Vcrkündungder Reichswährung als naher Vorbereitung für die Rcichsgold-währnng in der kürzest möglichen Frist erfolgt ist.

Aber eine andere Frage ist die, ob parallel mit dieserformalen Vorbereitung des definitiven Abschlusses auch diematerielle Vorbereitung in energischer Weise gchandhabtworden ist. Heute läßt sich behaupten, daß es gewagtsein könnte, sich den Conscqucnzen der vollen Goldwährungin Gestalt der EinwcchsclungSpflicht der Silbcrcourantmünzcnohne weiteres auszusetzen. Es ist aber zur möglichst schleu-nigen Beseitigung dieses Bedenkens eben in Gestalt rascherSilbercinzichung nicht das Wüuschcnswerthc geschehen. Ge-