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setzen konnte, weil der französische Wechsel aufs Ausland soniedrig stand, daß an einen Baarabflnß nicht zu dcnkcu war,so konnten wir, während unser deutscher Wechsel sich ingleicher Lage bcfaud, uubcdcnklich unser Gold ncbeu demSilber in Umlauf bringen. Wir thaten dies auch undgerade gestützt auf diesen Stand des Wechsels. In diesemStande verkörperte sich die Gunst des Schicksals, welche uusgestattete, die Voraussetzungen der Möglichkeit zur Durch-führung der Münzrcform zu gewinnen. Jeder Sachverstän-dige mußte von der Eigenthümlichkeit dieser Situation durch-drungen sein, die meisten bezeugten dies anch in unzwei-deutigen Ausdrücken. Als der preußische Fiuauzministcrgelegentlich der ersten Verhandlungen über die Einführungvon ReichSgoldmünzcn (Sitzung des Reichstages vom1l. November 1871) den Zweiflern an der Ausführbarkeitsicgcsgcwiß entgegenhielt, daß in jenem Angcnblickc ein deut-scher Thaler die gesuchteste aller Müuzcn im Auslande sei,traf er den Nagel auf den Kopf. Diese Constcllation sicherteuns, so lauge sie dauerte, vor dem Abströmen desneuen Goldes. Damit war aber auch gesagt, daß alleinnntcr ihrer Gunst die Sache zu machen war. Um vomUfer der Silbcrwährung zum Ufer der Goldwährungüberzusetzen, mußten wir unvermeidlich eine Strömungvon Doppelwährung durchschiffen. Aber wir hatten imniedrigen Wcchsclstaudc eine günstige Brise, die verhieß,uns glücklich dnrch die Gefahr der Strömung hindurchzu-tragcn, weil sie in entgegengesetzter Richtung blies. Alleskam daraus an, ans jenseitige Ufer zu gelangen, eheder Wind nmschlng. Und dies ist nicht geschehen. Wirhaben ans die Kraft und Dauer des güustigcu Windes noch