Die Etappen zum Weltkrieg
Im Januar wurde zwischen den Balkanstaaten und derTürkei ein Waffenstillstand abgeschlossen. In Londonwurde unter Mitwirkung der Botschafter der Großmächteüber den Frieden verhandelt, sehr zum Ärger Poincares,der die Friedenskonferenz gern unter seinem Vorsitz inParis gehabt hätte und nun darauf bestand, daß die mitdem Balkanfrieden zusammenhängenden finanziellen undwirtschaftlichen Fragen in einer Sonderkonferenz in Parisbehandelt würden. Diese Sonderkonferenz, zu der ichwegen meiner Vertrautheit mit den türkischen Finanz-und Eisenbahnfragen von der deutschen Regierung nebendem Pariser Botschaftsrat Freiherrrn von der Lanckenund den Herren Dr. Schwabach und Generalkonsul a. D.Pritsch, dem deutschen Delegierten bei der türkischenStaatsschuldenverwaltung, als Vertreter entsandt wurde,ist im Frühjahr 1913 zusammengetreten.
Inzwischen spitzte sich der Gegensatz zwischen Öster-reich-Ungarn einerseits, Serbien und Rußland andrerseitsin der albanesischen Frage weiter zu. Serbien verlangtegroße Teile rein albanesischen Gebiets; Österreich-Ungarnsetzte diesen Forderungen den stärksten Widerstand ent-gegen. Ich war mit meinem Kollegen von Gwinner am31. Januar und 1. Februar 1913 zu wichtigen Verhand-lungen über die Orientbahnen, für die sich die österreichisch-ungarische Regierung interessierte, in Wien. Der Staats-sekretär von Jagow, den wir vor der Abreise besuchten,hatte uns auf den Weg gegeben: „Sagen Sie den Herren
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