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Die Vorgeschichte des Weltkrieges / von Karl Helfferich
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Der Ausbruch des Weltkrieges

Auf meinen Hinweis, daß Österreich-Ungarn bereits feierlicherklärt habe, daß es keine territorialen Ziele verfolge, ant-wortete er, daß es vielleicht möglich wäre, noch zu präzi-sieren und zu ergänzen, um dadurch Rußland den Rückzugzu erleichtern.

Im Einverständnis mit Zimmermann setzte ich michdann mit dem österreichisch-ungarischen BotschaftsratBaron Haimerle in Verbindung. Baron Haimerle sagte mir,daß die Beweise für die in der Note an Serbien aufgeführtenTatsachen in Form eines Memoires von der Wiener Regie-rung den sämtlichen Großmächten in den nächsten Tagenzugestellt werden sollten. Damit werde meiner Anregungin der Sache entsprochen. Darüber hinaus seiner Regie-rung einen besonderen Schritt gegenüber Rußland zuempfehlen, lehnte er ab, da in der augenblicklichen Lagejeder besondere Schritt Österreich-Ungarns gegenüberRußland als Schwäche ausgelegt werde und damit die Ent-wirrung der Lage erschwere.

Ich legte nun immer im Einverständnis mit demUnterstaatssekretär Zimmermann Herrn Davydoff,der mich um eine Formulierung gebeten hatte, die ernach Petersburg telegraphieren könne, folgende Fas-sung vor:

Dr. Helfferich glaubt Grund zu der Annahme zuhaben, daß die österreichisch-ungarische Regierung spon-tan der russischen Regierung, und ebenso den Regierungender übrigen Großmächte, das Material betreffend die

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