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Die Vorgeschichte des Weltkrieges / von Karl Helfferich
Entstehung
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Österreich-Ungarns Entgegenkommen

Verschwörung gegen das Leben des Erzherzogs Franz Ferdi-nand und deren Zusammenhang mit der großserbischenAgitation vorlegen wird, um auf diese Weise den Regie-rungen Gelegenheit zu geben, sich von der Richtigkeit derin der Note an Serbien aufgeführten Tatsachen und vonder Berechtigung der Forderungen Österreich-Ungarns zuüberzeugen."

Ich war mir ganz klar darüber, daß dieser Strohhalmäußerst dünn war. Trotzdem äußerte Davydoff, nachdemer die Fassung aufmerksam durchgelesen hatte:Das istimmerhin schon recht viel."

Auch am folgenden Tag bezeichnete Davydoff den vonmir suggerierten Weg als gangbar und erklärte, daß er inPetersburg dafür eintreten werde, daß man diesen Wegbenutze. Er äußerte ferner bei dieser letzten Unterredung,daß er sich ganz besonders viel von einer Initiative desKaisers gegenüber dem Zaren, der hierfür sehr zugänglichsei, verspreche.

Unmittelbar vor seiner Abreise am Abend des 28. Juliließ mir Davydoff noch bestellen, er habe in der russischenBotschaft eine hoffnungsvolle Mitteilung über die letzteUnterhaltung zwischen Ssasonoff und dem Grafen Pourtalesgesehen. Beide Staatsmänner hätten sich gegenseitig zu-gesagt, daß beiderseits zunächst keine weiteren militärischenVorbereitungen getroffen werden sollten.

Zimmermann war von einem solchen Austausch von Zu-sagen über ein beiderseitiges Unterlassen militärischer

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