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Der Waehrungs- und Wahlkampf in den Vereinigten Staaten von Amerika
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Bürger; Sympathie mit Kuba ; Widerspruch gegen die Ernennung vonBeamten auf Lebenszeit und gegen die dritte Wiederwahl eines Prä--sidcnten und das Verlangen, daß die Bundesregierung die Fürsorgesür die Erhaltung und Verbesserung des Mississippi wie aller wich-tigeren Wasserwege übernehmen solle.

Während die Silber-Demokraten, wenn man will, mehr den aristo-kratischen Teil der Silbermänner darstellen, ihre Führer sind zumTeil reiche Leute in hohen Stellungen, die, wie Gouverneur Altgeldvon Illinois und andere, trotz ihres angeblichen Silberfanatismus esvorsichtigerweise nicht unterlassen, bei von ihnen abgeschlossenen Miets-kontrakten und Geschäften sich Zahlung in Gold auszubedingenrepräsentieren die Populisten mehr den demokratischen Flügel derselben;sie ziehen ihre Anhänger hauptsächlich aus den Farmerkreisen der West-staaten und dein radikalen Demagogentum des Südens und stehen mitihrem Programm neben den auch auf dem Programm der Silberdemo-kraten befindlichen Wührnngs- und Finanzforderuugen mehr auf demBoden radikaler Reformen mit Initiative, Referendum und Verstaat-lichung der Eisenbahnen und Telegraphen, sowie des Grund und Bo-dens und der Bergwerke.

Trotz der tiefen Meinungsverschiedenheiten, die in vielen Punktenzwischen den Silberdemokrnten oder Popokraten, wie sie vielfach ge-nannt werden, und den Populisten bestehen, fühlten die Führer beiderParteien, daß ein Erfolg in der Wahlkampagne nur durch enges Zu-sammengehen und Aufstellen derselben Kandidaten möglich sein werde.Die Führer der demokratischen Silberpartei waren daher eifrig bemüht,bei dem Zusammentreten der populistischen Persammlung in St. LouisStimmung für ihre Kandidaten zu machen, während dieLilvsriws"die abtrünnigen Republikaner , die zugleich mit den Populisten in St.Louis tagten, für Bryan und Sewall eintraten und dieselben durchAkklamation als ihre Kandidaten für die Präsidentenwahl proklamierten.Mit den Populisten sollte die Sache indessen nicht so glatt gehen. Auchder linke Flügel der Partei, diemiääls ok tirs ^vg^msn", warenallerdings bereit, für Bryan zu stimmen, falls derselbe sich zur An-nahme des Programms der Partei bereit erkläre, aber sie wollten unterkeinen Umständen von Sewall etwas wissen und verlangten die Wahleines der Ihrigen als Kandidaten für den Vizepräsidentenposten. Wäh-rend der ersten Sitzungen drehte sich der Kampf im wesentlichen umdie Frage, ob die Wahl des Präsideuten oder Vizepräsidenten zuerst aufdie Tagesordnung gesetzt werden solle; dieMitten auf dem Wege-Leute" bestanden darauf, daß dies mit der Vizepräsidentenwahl geschehensolle, wohl in dem richtigen Gefühl, daß wenn sie ihre Stimmen ein-mal für Bryan abgegeben haben würden, sie auf wenig Rücksicht seitensderMacher" zu zählen haben dürften. Ihre Auffassung trug denSieg davon, obgleich bei der ersten Abstimmung sich nur 730 Stim-men sür und 766 Stimmen gegen dieselbe ausgesprochen hatten; be-