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backs" wieder in Gold eingelöst werden sollten, und erließ ein Münz-gesetz, das unter den zu prägenden Münzen den früheren Silberdollargar nicht aufführt, und als Silbergeld nur Scheidemünzen und denfür den ostasiatischen Verkehr bestimmten Trade-Dollar kennt.
Diesem Uebergang zur Goldwährung stellten sich zwei unvorherge-sehene Neuerungen in den Weg, nämlich die Steigerung der amerikanischen Silberproduktiou — sie betrug 1870 : 69, 1873 : 109, 1876 : 157Millionen Mark — und die Stockung des Silberabsatzes, wodurch 1876für das Silber ein Preisfall von 20°/o hervorgerufen wurde. Vor 1874hatten sich die amerikanischen Minenbesitzcr für die staatliche Ausmüuzuugnicht interessiert, da der Weltmarktpreis des Silbers höher stand nlsl : 16oder 59 Pence per Unze, d. h. als das Verhältnis, in dem die amerikani-schen Silbermünzen ausgebracht wurden. Von 1874 an sank dasSilber unter diesen Wert. Jetzt hätten die amerikanischen Minenbe-sitzer ihre Ausbeute gerne zu dem früheren Preise bei der Münze unter-gebracht und eröffneten zn diesem Zwecke, im Verein mit den „Jnflatio-nisten", die bekannte Agitation für Silberfrcipräguug, die in der Folgedann auch nach Deutschland verpflanzt wurde.
Von da an wurden die Währungskämpfe der Vereinigten Staatenfür die Zukunft des Silbers und für die Währungsverhältnisse derWelt von ausschlaggebender Bedeutuug. Die amerikanische Regierunghätte das Schwanken des Silberwerts in der begonnenen Durchführungder Goldwährung nur noch mehr befestigen sollen. Statt dessen ließsie sich in das Abenteuer hineintreiben, dem Silber durch Massen-ankäufe wieder in die Höhe helfen zu wolleu. In den Jahren 1879/93sind, obgleich es nur gelang, 57 Millionen Dollars in den Verkehrzu bringen, 1,8 Milliarden Mark in Silberdollars ausgeprägt, bezw. inBarren hinterlegt worden. Hievon lagerten am 1. Juni 1896 in denStaatskassen IV2 Milliarden Mark und dienten als Unterlage für diein dem entsprechenden Betrage ausgestellten Schatzamtsnoten und Silber-certifikate.
Der in den Ver. Staaten vorhandene Gesamtsilbervorrat wird aus2^/s Milliarden Mark geschätzt; ebenso hoch der Goldvorrat; (dieim Laufe dieses Jahrhunderts ausgeprägten Golddollars beziffern sichauf 7 Milliarden Mark).
An Staats noten (Greenbncks) sind noch rund 1,4 Mil-liarden Mark vorhanden; hievon waren am 1. Juli 1896: 905 Mill.Mark in Zirkulation, 485 Mill. Mark im Schatzamt. Dazu kommennoch 600 Millionen Mark Schatzamtsnoten, die man zum Ankauf desShermansilbcrs ausgegeben hat, und ca. 800 Millionen Mark Notender Nationalbankeu. Das ergiebt einen Notenumlauf von 2—3 Mil-liarde Mark, welche bisher Regierung und Banken auf Verlangenin Gold einzulösen sich verpflichtet ansahen, da sonst ein Goldagiosich ausbilden würde. Daneben müssen die Silbercertifikate, rund1 Milliarde Mark — obgleich sie nicht in gelbem Metall zurück-gezahlt zu werden brauchen — doch ebenfalls paritätisch behandelt