Vorherrschaft der Gelchrtenlittcratur. Die Privatbibliothcken.
22000, der Leipziger Advokat Huldreich Groß (f 1677) — er wirduns in der Geschichte der kursächsischcn Büchcrkommission wieder begegnen— eine solche von 7—8000 Bänden, ebenso 1669 der NürnbergerPrediger I. M. Dilhcrr. Der Altdorfer Professor Rinck besaß, Anfang18. Jahrhunderts, ca. 20000, der Hamburger Professor I. A. Fabricius(f 1736) ca. 32 000 Bände, die Bibliothek des Hamburger BürgermeistersMatfeld (f 1720) zählte ca. 24000 Nummern, darunter zahlreicheSammelbestände, diejenige der Hamburger Brüder Wolf um 172024—25000 Bände nebst 700 Sammclbänden mit Dissertationen, diedes Kriegsrats und Dichters Joh. v. Besser (i 1729) 17000 Bände.Gottscheds Bibliothek zählte bei seinem Tode (1766) 5000, die desRektors Botticher in Wolgast gegen 4000 Bände. Das Vorwort zumKatalog der Bibliothek des Leipziger Geschichtsprofessors Joh. Burch.Mcncke, 1723, zeigt uns den Gelehrten bei der Sammelarbeit. Dieneuern Bücher seines Fachs schaffte Mcncke vollständig an; von denälteren Werken erwarb er die seltenem durch reichliche Besorgung vonFreunden, die er mit Auktionskommissionen in Italien, Frankreich, Eng-land, Holland und im Norden betraute.
Was bei diesen Bibliotheken neben ihrem Umfang im allgemeinenauffällt, ist die Universalität ihres Inhalts. Da sind Udii Ideolo^iei,suriäiei, noiitiei st nwi-glss samt den dickleibigen Sainmelbändcn derDisputationen und Deduktionen, lidri mkäioi, xl^siei, aimwun'ei,etni'nrZiei, bots-niei et alii euiiosi, iii8t.oi'iei, lmticivmrü, uionumsnlk ste.,eosmoAi-avInoi, t^psAravInei, xsiö^riulltiones, umdiuzinktiei ei astro-nomiei, iexieoZi aniii, didlmAinMi et eawloZi, c>rl>.1or68, xoswe,episwIoZravdi, clialsetiei; alles das fand sich z. B. in der einen Biblio-thek eines kgl. preuß. Kriegs- und Hofrats, die in den Jahren 1730und 1731 in Königsberg versteigert wurde. Diese Bibliotheken — undwie zahllos sind die Angaben allerorten in der Litteratur, in denen solchePrivatbüchereien angeführt werden, wie zahlreich die Bibliothekserwcrbnngenseitens der Buchhändler schon früher, uud nun im 18. Jahrhundert ihreVersteigerungen — versetzen uns in eine völlig andere Welt der Bücher-vcrsorgung, als sie es seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertswurde. Sie versetzen uns in die Zeit, in der die Zeitschrift ihren Kampfmit dem Buche erst begann, in der es noch so gut wie keine Werke gab,die den allgemeinen Wissensstoff in bequemer und zugleich gründlicher