Die Ausstattung.
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man um eine Änderung gar nicht bemüht ist, naiv und kindlich wirkendin der gleichmäßigen Anwendung altvaterischer Formen des Schmucks undder Verzierung. Schlagen wir ein beliebiges Buch aus den letzten Jahr-zehnten des 17., den ersten des 18. Jahrhunderts auf. Es hat wahr-scheinlich ein kleines Oktavsormat. Wir durchblättern es: nur kaum,vielleicht gar nicht hervortretende freie Räume, von halb- oder drei-vicrtelleeren Seiten ganz zu geschweige»; dabei enger Druck, der nichteinmal durch etwaige Spationierung unterbrochen ist — die Auszeichnunggeschieht durch andere Schriftart (Schwabacher) oder Schriftgroße (oderbeides); schmale Ränder. Ist das Buch ein deutschsprachliches, so istdie Schristgattung Fraktur, ist es lateinisch geschrieben, Antiqua. Illu-strationen, wenigstens Illustrationen im Texte, besitzt unser Buch nicht;sie sind mit der Herrschaft des Holzschnitts verschwunden; nur dem Titelgeht gewiß das übliche Kupferblatt voran. Nicht viel weniger freienRaum als die innern Blattseiten zeigt der Titel selbst: in seiner um-ständlichen Fassung bedeckt er die ganze Seite, rot und schwarz gedrucktwie in alten Zeiten «auch drei-, ja vierfarbiger Titeldruck, z. B. inRot, Schwarz, Blaugrün und Gelbgrün ^ kommt vor) und mit reich-verschnörkelten Zierbuchstaben; auch das alte gerade Strich-Komma inZeilenhöhe hielt sich noch auf Titeln, als es im Buchinnern schon imSchwinden begriffen war; unten das altertümliche: „In Verlegung" oder„Verlegts". Die freien Stellen zu Beginn der Vorrede und des Textesbedeckt unser Buch mit Randleisten, diejenigen am Schlüsse der Vorredeund des Buchs entweder mit auf dieselbe Weise hergestellten, nur demfreien Räume angepaßten, also vielleicht senkrecht orientierten Verzierungenoder mit dem Abdruck ganzer Stöcke (Klischees), wahrscheinlich Blumen-und Fruchtstücken. Die Randleisten waren jetzt nicht mehr ganze Holz-schnitte, sondern wurden, wie wir es ja in Anfängen schon im 15. Jahr-hundert bemerken, vom Setzer selbst aus gleichen oder wenigen ver-schiedenen Bestandteilen — den sogenannten Buchdruckerröschen — zuoft sehr geschmackvollen Mustern zusammengesetzt. Auch der obere Randder Seite ist nicht bloß mit der, etwa noch dnrch kurze Striche flankierten,Seitenzahl versehen: wir würden entweder einen Kolumnentitel finden, derdurch eine über die ganze Seite laufende Linie vom Text getrennten ist, odereine, vielleicht ebenso vom Texte abgetrennte, kleine Röschcnverzierung,Außerdem beginnt — darin erinnert das damalige Buch noch ganz an