Leibnizens Reformpläne.
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sätze u. dergl.) und endlich sechstens ein letzter Abschnitt für cl«8illsrawlitsriiri-l oder consultMonös litsris emenäanäis bestimmt sein.General- und Particularregister haben das Werk zu vervollständigen.Die Krönung des Ganzen aber wird einst die Verfertigung einer Ency-klopädie und eines Universalatlasses mit Tafeln, Figuren, Zeichnungenund Abrissen sein. Und von allem gilt: „Es wäre aber alles deutsch zu schreiben, einesteils, damit dem Ausland gezeigt würde, daß auch wiretwas schreiben können, das sie bedauern müßten nicht zu verstehen,anderntcils um den Bestrebungen unserer Lcmdslcute entgegenzukommen.Denn es läßt sich nicht leugnen, daß im Ausland der Geist merkwürdiggeschärft und die Teilnahme wachgerufen wird, indem selbst Weiber undKinder, oder Leute, die vom Besuch gelehrter Schulen durch ihre Ver-hältnisse abgehalten worden, nichtsdestoweniger sich die Möglichkeit offensehen, mit allen Künsten und Wissenschaften bekannt zu werden . . Werdurch Ungeduld, oder ungünstige Lage vom Latein ausgeschlossen ist, istals zur Unwissenheit verdammt zu achten — ein großer Schade fürsAllgemeine." Der Nutzen des Bücherkerns besteht in einer leichternÜberwachung durch den Staat, erhöhtem Absatz für den Buchhändler undvollständiger und zuverlässiger Übersicht und Kenntnis der Litteratur fürdas Publikum, ohne daß eS genötigt ist, jedes Buch kaufen zu müssen.
Wäre der Plan zu stände gekommen, so hätte Leibniz die Stelleder bisherige» Bücherkommissare eingenommen; Boineburg hat ihn durchLambeck dem Kaiser ausdrücklich als den neuen Untersucher, Aufseher,Anreger uud Verwalter des Buch- und Litteraturwesens Deutschlandsempfohlen. Woran er gescheitert ist, leuchtet ein: er mußte allein daranscheitern, daß mau in Wien ernstlich natürlich keineswegs gemeint war,eins der wichtigsten, bisher eifersüchtig gewahrten kaiserlichen Regale anKurmainz auszulieferu. Es kam hinzu, daß man in dem geplantenBücherkern ein in die Hände der Gelehrten gelegtes Scitcnstück zu demrömischen des NaziLtorinui Lancti lÄatii sah, wie sehr auch Leibnizbetonte, daß in dem seinigen ja kein Urteil gefällt und keine Censurgeübt werden würde. Leibniz hat nicht nur die geplante Änderung desBücherkommissariats nicht herbeiführen, sondern nicht einmal ein Privilegauf seinen ^ueleus lidrorum, ganz abgetrennt von allen übrigen Be-strebungen, erwirken können. Der Kurfürst von Mainz selbst hat sichübrigens in der ganzen Angelegenheit abwartend verhalten.