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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Der Vcrlcgersortimenter.

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furt wurde mit den Ausländern changiert. Aber während von derdeutschen Produktiou auch aller Schofel (ein im 18. Jahrhundert be-liebter buchhäudlcrischcr Ausdruck) auf die Messen kam, brachten dieAusländer naturgemäß nur ihre bessern buchhändlerisch bessernArtikel, die für ein internationales Publikum vou Wert und Interessesein konnten. Und im allgemeinen, von besondern Geschäftsbczichnngcnabgesehen: je besser das Buch, desto uäherliegcud der Barvcrlehr.Werzu Frauckfurth in der Buch-Gaßen gestanden ist > wie gantze Parthcyenuf einst gegen einander vcrstochen und gegen andre Wahren verkehrtwerden: wie vor angenehme und doch rare Bücher ^ gut paar Geld ge-liefert werden müssen", sagt Adrian Beier 1690/ Gegen die aus-ländischen Vcrlagsartikel, sagt eine Schrift über die Kaufmannschaft ausdem Jahre 1702, werden die deutschennicht allemahl" vertauscht,sondernauch öffters" bar gehandelt oderauff die Parthie gebracht"/Wir sahen: Becher (1668) unterschiedVerleger" uudBuchhändler".Ebenso dieAbbildung der gemcinnützlichcn Haupt-Stände" (1697). DerVerleger" ist nach beiden der Sortimentervcrlegcr (der große Verleger,der zugleich Sortimentshandel treibt), derBuchhändler" der Verleger-sortiuicntcr (der Sortimcnter, der zugleich, eigentlich nebenbei und ge-wissermaßen notgedrungen, verlegt). Fügen wir hinzu, daß der erstcredie erste und höhere, der letztere die zweite und tiefere Stufe darstellt,und daß wohl in derAbbildung" von reinem Verlag, dagegen in keinerder beiden Schriften von reinem Sortiment die Rede ist, so haben wirdie für den Beginn unseres Zeitraums charakteristische Organisations-stufe der beiden Hauptgeschäftszweige bezeichnet. Der Tauschverkehrforderte vom Verleger, daß er Sortimentshandel trieb, und vom Sor-timenter, daß er verlegte. Eine der heutigen gleiche Scheidung inVerlag und Sortiment war den Zeitgenossen eine fremde Vorstellung.So gar ichsurü wär zwar nicht", sagt Adrian Beier 1690,daß ied-wcdcr mit nichts als seinem Verlag handelte", allein es wäre deshalbunmöglich, weil sonst die Gelehrten um jedes Buch an den betreffenden,vielleicht weit entfernten Verleger schreiben müßten/ Der Gedankeeiner durchgeführten Teilung der Funktionen kommt für ihn gar nicht inBetracht. Der Verlagshnndcl bildete die unentbehrliche Grundlage desGeschäfts. Der erste privilegierte reine Buchhändler Dresdens , AndreasLöffler, exklusiv privilegiert 1651, verlor bald darauf sein Monopol, weil