138 4. Kapitel: Die Entwickelung derLeipzigcr Büchermesse bis zum 3Vjähr, Kriege,
nur drei aus Lyon, eine Firma aus Paris und vier Firmen aus Genf ;aber auch einige englische Buchhändler besuchten noch zu Ende des17. Jahrhunderts pcrsöulich die Frankfurter Messen.^ Die bedeutendendeutschen Buchhandlungen aber handelten samt und sonders regelmäßignach Frankfurt , die Leipziger voran, und die Kommissionslager der Aus-wärtigen in Frankfurt häuften sich gegen Ende des 17. Jahrhundertsmehr uud mehr.^ Jeder Buchhändler, heißt es in allgemeinen Schilde-rungen aus dieser Zeit, hat außer in seinem Wohnsitz zugleich in Leipzig ,vor allem aber in Frankfurt a. M. sein „Gewölbe und Verkehren mitandern Buch-Händlern".^ Der Buchhändler des ausgehenden 17. Jahr-hunderts rühmte sich, wenn er sich um ein Buchhändlcrprivileg bewarb,ganz besonders, den Buchhandel in Frankfurt a. M. als dem „berühmtestenOrt dieses Handels" erlernt zu haben; nicht nur in der Frankfurter Sphäre, sondern auch im fernen Königsberg.^ Die Denkschrift desLeipziger Rats über die Lage der Leipziger Messen und die Streitig-keiten mit Braunschwcig vom Jahre 1675 ^ erkannte Bedeutung undVorrang der Frankfurter Messe auf dem Gebiete des ausländischenBüchcrvcrkchrs noch deutlich an; sie kommt u. a. auch auf das vortreff-liche commercium liwig-rii zu spreche», und damit auf die dicscrhalbmit Frankfurt habende gute Harmonie, „indem aus Frankfurt a. M. dieauslnudischcu Bücher gebracht und diejenigen, welche hier und anderwärtsgedruckt worden, dorthin geholt werden, also daß diese beiden Städtesolcher eomme-reig. halber weit und breit einig und allein bis anherofloriret". In der die gleiche Angelegenheit betreffenden Frankfurter Denkschrift heißt es: „Es ist ebenmäßig bekannt und imwrium, daß derBuchhandel und das commercium litcrarium aus ganz Europa undChristenheit und in sxscis auch aus E. Kaiserl. Majcst. Erblanocn, alsSchlesien, Böhmen, Wien und anderen Orten, von alten Jahren her inhiesige Stadt und Messen einen starken Fuß gcsetzct, daß aus allenKönigreichen und Provinzen allerlei Bücher in allerlei Fakultäten, Künstenund Sprachen anhero gebracht und sich solchergestalt ausgebreitet hat,daß man dcrohalbcn allhicr unterschiedliche aneinander stehende Gassenzugeordnet, in welchen jedweder, wes Standes oder eonäiticm er gewesen,sein Belieben und was er gewollt gefunden oder sich bringen lassenkönnen." 2 Ähnliche Anschauungen, wie sie hier besonders Frankfurt ineiner damals nicht mehr zutreffenden Weise aussprach, scheinen noch am