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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Hauptglicdcrung der Geschichte der Leipziger Büchermesse.

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Ende des Jahrhunderts auch in Dresden vorhanden gewesen zu sein.Das Oberkonsistorium rügte im Jahre 1695, daß verschiedene SpencrscheSchriften, die im Frankfurter Büchcrkatciloge stünden, im Leipziger aus-gelassen seien, und verordnete, daß gedachte Scripta, welche in den Frank-furter Katalog einmal gesetzt seien, auch in dm Leipziger annoch gehörigesOrts gebracht werden sollten; vertrat so noch damals, trotz der wesent-lichen Verschiebung in der Bedeutung der beiden Büchcrmcsscn, gewisser-maßen die alte Anschauung, daß der Frankfurter Mcßkatatog der eigent-lich maßgebende sei."'

Eben um diese Zeit schickte sich die Leipziger Büchermesse au, inden Zeitraum ihrer Alleinherrschaft im deutschen Buchhandel einzutreten.

Die Leipziger Büchermesse" zeigt in ihrer EntWickelung deutlich diezeitliche Gliederung, die wir für die Geschichte des deutschen Buchhandelsüberhaupt angegeben haben; wenn wir auch die Jahreszahlen 14501564,15641664 und 16641764, wiewohl sie im allgemeinen durchausbezeichnend sind, besser einigermaßen verschieben und etwa durch dieZahlen 14701550, 15501680 und 16801764 ersetzen werden.

Wir werden sehen, daß für den Unterschied des ersten von demzweiten dieser drei Hauptstadien gerade das Merkmal, durch das wirdie erste Hauptpcriode der Geschichte unseres Buchhandels bezeichnet haben:die Herrschaft des Wandcrbuchhandels, von Bedeutung ist.

Innerhalb der zweiten Organisationsperiode unserer Geschichte (15641764) hatten wir eine Periode des reinen persönlichen Meßhandels(15641664) und eine solche des (nur) vorherrschenden Meßhandelsunterschieden (1664 fg.). Wenn man erwägt, daß diese kräftigere Ent-faltung des neuzeitlichen Charakters buchhäudlerischer Eentralisatiou Folge-und Begleiterscheinung des allgemeinen Wachstums des gcistig-litterarischenLebens ist, und wie dieses verbunden ist mit dem Wachstum des natio-nalen und norddeutschcu Charakters des geistig-litterarischeu Fortschritts:so ist deutlich, wie diese zweite Untcrperiodc eine Zeit außerordentlichsteigender Bedeutung Leipzigs und seiner Büchermesse sein muß; alsMerkjahr des Beginns des letzten Anstiegs Leipzigs und seiner Bücher-messe auf die Höhe ihrer Alleinherrschaft im deutschen Buchhandel aberkann das Jahr 1680 dienen.

In dem zweiten, die Michacliomesse des Jahres 1747 behandelndenMeßberichte der sächsischen Eommcrzicndcputation warf Ernst Friedrich