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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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142 4. Kapitel : Tie EntWickelung derLeipzigcrBüchermcsse bis zum Zgjühr. Kriege.

(1492), Wim (1492), Köln (1492) bezogen die Leipziger Messen; sckonim Jahre 1495 erging ein Herzoglich Sächsisches Präventiv-Verbot: wirwerden auch bericht wie sich etliche Personen bey euch vndcrstehn vnnddas Konsilium Breytenbachs . . an andern frembden orthern druckenvnnd das gein Lcyptzk bringen lassen. Dcrhalbcn wir Bcgern, Ihrwollet bey den Buchdruckern vnd andern so pflegen Bücher zuuorkouffen,bestellen vnnd vorschaffen das dicsclbigcn Nawgcdrucktcn Consilia beyeuch nicht angenommen noch gekoufft oder vcrkoufst werden so lautetdiese älteste, die Leipziger Büchcrmessc betreffende preßpolizeiliche Verord-nung. Im Jahre 1496 nahm der Baseler Papicrhändlcr Frantz Galicionauf der Frankfurter Messe sür eine Baseler Association Bücher ein undbrachte sie gen Lips zu seinem Vater, einem der Mitglieder der genanntenVerlagsgcscllschast; die Leipziger Kartcnmacher und Kartenmalcr wickeltenauf der Leipziger Messe ihre Geschäfte mit auswärtigen Papiermachernab (Mühlhausen 1596); und natürlich waren die Leipziger Messen auchsür diesen neu sich entwickelnden Zweig ihres Verkehrs Zahlungstermin.

Lebhaftigkeit und Umfang sowohl des Mcßbesuchs als der eigenenVerlags- und Vertricbsthätigkcit der Leipziger Buchhändler nahmen mitdem neuen Jahrhundert rasch zu. Beim Eintritt ins 16. Jahrhundertwar die Leipziger Messe ein im größcrn buchhändlcrischen Geschäfts-betrieb nicht mehr zu vernachlässigender Faktor, nicht nur sür den nord-östlichen, sondern auch für den süd- und westdeutschen Großbuchhandcl,der sie von Anfang nn berücksichtigt hatte. Johann Rynmcmn inAugsburg , der bedeutendste reine Verleger des ersten Jahrzehnts jenesJahrhunderts, war seit seinem Beginn fast regelmäßiger Besucher derLeipziger Messen. Oder hören wir, um ein Zeugnis aus ganz andernKreisen und aus ganz anderer Gegend danebcnzustcllen, die Stelle ausdem Briefe eines wandernden Buchführcrs Fforhclin unterschreibt ersich aus Lübeck vom 29. November 1512: efftu dat gelt ock gesauthevest nha Lipzick, schreibt er an den Buchhandlnngsreisendcn Hoycmannin Rostock.^ Koberger in Nürnberg beorderte 15)95 Zahlungen in derHöhe von 2999 Gulden auf den Leipziger Ostermarkt; Nürnberger undBaseler Buchhändler verkehrten mit Leipzig und besuchten seine Messen(Nürnberg: Georg Stuchs 1593, 1515; Basel : Bernhard Keßler 1598bis 1512; Nickel Lamprccht 1511); Hutten schickte 1518 über Nürnberg zweihundert Exemplare der Episteln nach Leipzig . Bedeutend wurden die