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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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150 4> Kapitel: Die Eiitwickelmig der Leipziger Büchermesse bis zum övjähr. Kriege.

schied zu den Verhältnissen im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts,westlich und südlich im ganzen nicht über Erfurt und Nürnberg hinaus.Diesen Unterschied allein auf das sächsische Censurwescn, besonders derzwanziger und dreißiger Jahre des 16. Jahrhunderts zurückzuführen,würde aber den wirklichen Verhältnissen nicht entsprechen. Dem Bücher-vertrieb in den ersten Jahrzehnten steckte noch jenes ungebündigtc undungeregelte Schweifen in weiteste Fernen in den Gliedern; je weiterwir fortschreiten, desto mehr macht sich die anziehende und ausschließendeKraft der Frankfurter Messe bemerklich. Der Leipziger Platz war schonin der Rcformationszeit als Bücherbezugsort hoch angesehen, ein Umstand,der mit seiner Meßbedeutung in Wechselwirkung steht und zum gutenTeil ans dem Kommissionswesen beruht haben muß. Petrcjus in Nürn-berg riet 1531 dem im ersten Kapitel öfters genannten Zwickaucr Stadt-schreibcr Roth vom direkten Bezug aus Nürnberg nach Zwickau ab:wernit weht gen leipsick" habe, beziehe es besser von dort; in Leipzig ,besonders bei Peter Clement (dem Kommissionär der Koberger inNürnberg ) gebe eseben solche bücher", und zwareben umb solchegelt", wie in Nürnberg selbst; man spare so erstens das Fuhrgeldbei direktem Bezug aus Nürnberg komme es Roth einen baren Guldenteurer und habe zweitens den möglichen Schaden unterwegs nichtzu besorgen. Ebenso 1533: die Kölnische Ausgabe des Egesippus seibei Gregor Jordan vorrätig, der Stapulensis LnzM- LuÄNgslm groß(Basel , Andr. Cratander 1523) würde, wenn er nicht bei Peter Clementzu Wege zu bringen sei, sonst schwerlich zu finden sein, in 4^° sei er,sowie in ?g,ulum sa,äsm koi'iim, bei Gregor Jordan, ^.xoizlit-nsgumwlocuxlet^t-g, seien in Leipzig ebenfalls genugsam zu haben. Das Jahrdarauf schrieb er an denselben:was news zu Franckfurt gewesen ist,werd ir zu leipsick wol finden." Oder: Roth hatte sich an einen Augs-burgcr Freund gewandt, um sich in Augsburg nach etlichen Büchern wir wissen nicht, welchen umzuthun; er bekam (27. April 1538)zur Antwort, daß sie dort nicht zu haben wären, weil es in Augs-burg keinealte bucher gewelber" gebe, außer einem einzigen, dem vonBreunlin; der hatte es aber auch nicht, sondern sagte, es würde eherin Leipzig oder Erfurt zu finden sein. Die Leipziger Messe rcsp.der Leipziger Platz, durch die Beziehungen, die ihm seine Meßbedeutungverliehen, scheint in der That schon in der ReformationsM zur Er-