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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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202 5. Kapitel: Leipziger Büchcrmessc bis zun? klassischen Litteratm-zeitaltcr,

Leipziger Verlagsproduktion war ein so energischer, daß, während in deinJahrzehnt von 1061 bis 1670 die Frankfurter Verlagsartikcl 1019, dieLeipziger 992 betragen hatten, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahr-hunderts (1701 bis 1710) die Frankfurter 800 und die Leipziger 3286betrugen (27 aller für dieses Jahrzehnt in den Mcßkatalogen ver-zeichneten Schriften). Von den bedeutenden Leipziger Firmen nun ent-schwundener Zeiten den Großes und Schürcrs, Rehefcldt, ChristophEllinger, Casp. Closemann und Barthel Voigt, die von 1620 bis 1648zusammen rund zwei Drittel (2682) aller damals in den Mcßkatalogenals in Deutschland erschienen verzeichneten Schriften verlegten kamendabei nur noch Johann Großes Buchhandlung und Thomas SchürersErben Matthias Götz in Betracht. Es waren neben ihnen be-sonders die Firmen von Chrstn. Kirchner, Georg Heinrich Frommann,Joh. Chrstn. Tarnovius, die an diesem in den sechziger, dann entschiedenerin den siebziger Jahren stattfindenden Aufschwung beteiligt waren, diebeiden letztem auch in den folgenden Jahrzehnten noch, indem ihnen be-sonders die Wohlfahrt, Joh. Herb. Kloß u. a. zur Seite traten undnamentlich Lanckischs Erben nun eine außerordentliche Rührigkeit ent-wickelten. Die Größten, die im neuen Jahrhundert ihre volle Wirksam-keit entfalteten und alle die Genannten verdunkeln sollten, haben wirdamit noch nicht genannt.^ Wir dürfen uns für ihr Auftreten desJahres 1693 als Mcrkjahrs bedienen. In diesem Jahre empfing ThomasFritsch (f 10. Dez. 1726) aus den Händen des Stiefvaters JohannFriedrich Gleditsch das Geschäft des Vaters, Johann Fritschs, der, seitdem Jahre 1675 Besitzer der ehemaligen Schürcrschen Buchhandlung,im Jahre 1680, recht im Berufe: auf der Messe in Frankfurt a. M,gestorben war, und dessen Witwe sein ehemaliger Diener geheiratet hatte.In demselben Jahre gründete Johann Friedrich Gleditsch (geb. 15. August1653 in Eschendorf bei Pirna , gest. 26. Mörz 1716) seine eigene Buch-handlung. In dem gleichen Jahre starb in jungen Jahren am 16. Augustder von weit her, aus Speier, eingewanderte Moritz Georg Weidmann lgeb. in Spcier 13. März 1658) und ging sein 1682 gegründetes Geschäftan den zweiten Gatten seiner Witwe, an Johann Ludwig Gleditsch denjüngern Bruder Johann Friedrichs über (geb. in Eschendorf bei Pirna 24. März 1663, gest. 1741), der dann später, im Jahre 1714, sich zurück-zog und das Geschäft ebenfalls dem Stiefsohne, Moritz Georg Weidmann