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dem Jüngern, dem künftigen Königlich Pohlnischcn und ChurfürstlichSächsischen Accisrath, Geheim Secrctarius und Hofbuchhändler wie auchKramerconsulentcn und Fürstlich Sachsen Gothaischen Agenten (geb.23. Jan. 1686, gest. 1743), übergab.
Der bedeutende wissenschaftliche Verlag, der ausgedehnte Geschäfts-betrieb dieser Firmen, der Einfluß, den sie auf die Wiederbelebung einerangemessenen und würdigen Ausstattung der Bücher ausübten, genoßeuropäischen Ruf. Von des ältern Weidmann Verlag rühmten die Zeit-genossen" die in ihrem Äußern über das durchschnittliche typographischeNiveau hervorragenden Ausgaben des Athanasius, Eusebius , Gregorv. Nazianz, Joscphus, Dionysius v. Halikarnaß , Julian, Abarbanetesu.s.w.Als die bedeutendsten Werke aus Joh. Friedr. Gleditschs Verlag nanntensie" Seckendorfs LoinmsntÄriuL Imt,ll«ranism0 — noch lange Zeitdas Hauptwerk für die Geschichte der Reformation —, Zicglers Schau-platz und Labyrinth, Lohensteins Arminius, die großen biblisch-theologischenWerke von Tarnovius, Glassius , Carpzov, Dietcrici, Pritius, Herbergeru. a., die Hauptwerke von Cclarius, Tcnzclius, Joh. Hübner u. a.,nicht zuletzt den Bücherauszug der Gelehrten, und einer Schrift, die inseinem Verlage erschien, ging als solcher der Rus einer wertvollenvoraus. Aus des jüngcrn Weidmann Verlag hob man Werke wieKhcvenhuellers ^mmws I'erclinanckei in zwöls Foliobändcn, Ottos?durin»'ig, s^erg. hervor. Aus der eigenen Initiative dieser Männerist zweifellos, das zeigen schon die mancherlei Ausgaben, Auszüge, Über-setzungen, ein recht ansehnlicher Teil ihres Verlags hervorgegangen. VonJoh. Friedr. Gleditsch ist es uns ausdrücklich bezeugt; eine Grabschriftauf ihn hebt hervor, daß er „die nützlichsten Bücher selbst mit an-gegeben"." Diese Firmen zahlten für die damalige Zeit bedeutendeHonorare. So muß man schon ein Übcrsetzungshonorar von einemThaler pro Druckbogen eines französischen Originals in Duodez nennen,das Joh. Ludw. Gleditsch und Weidmann im Jahre 1715 zahlten. Nocherstaunlicher honorierte Autoren begegnen aber unter den namhaftenGelehrten, besonders Philologen uud Theologen. Ludolph Küster inAmsterdam accordicrte 1708 mit Joh. Friedr. Gleditsch für die Be-arbeitung der Folioausgabe des Millschen Neuen Testaments 1200 Guldenholländisch, wobei er noch ausbedang, daß die Eorrcction nicht darunterbegriffen sein dürfe und für den Fall, daß er die vierte Korrektur —