204 5. Kapitel : Leipziger Büchermcsse bis zum klassischen Littcraturzcitaltcr.
nach den drei ersten des Korrektors — lesen solle, einen Zuschuß von150 Gulden forderte.^ Als Typographcn wurden namentlich Joh , Friedr.Gleditsch und Thomas Fritsch gepriesen. Von dem crstern, der Aus-länder nach Leipzig zog, schöne Lettern gießen ließ und auf die bestenPapiersortcn hielt, heißt es im Jahre 1740 in einer für die damaligedeutsche Typographie bezeichnenden Weise: daß sein LorMs ^uris Livili^„selbst die Approbation der ausländischen Buchdrucker" erhalten habe."
Auch das ist ein nicht unbeachtet zu lassendes Zeichen der Zeit:daß es diese Buchhändler waren, die zuerst eine, kurz gesagt: neuzeit-liche Popularität genossen. Die größte Sympathie brachte man denGleditsch, den größten Respekt Thomas Fritsch entgegen. Unter JohannFriedrich Glcditschs Bildnis setzte einer seiner namhaften Autoren, derHamburger Ncktor Johann Hübner, die Worte. - „Es ist in Teutschlandauch kciu solcher Ehren-Mann, Der auf den Handel das, was Gleditschhat gethan."^ Von Johann Ludwig hob man dankbar seine Wohlthätig-keit hervor, n. a. daß er armen Studenten wöchentliche Stipendia ge-geben und ihnen viele nötige Bücher geschenkt." Der zweite Bandvon Noth^Scholtz' ..lemiks Lidliopolarnm " <1729) ist dem AndenkenJohann Friedrichs geweiht, und das Porträt seines Sohnes, JohannGottlieb Gleditschs, geht ihn, als Titclbildnis voran (Band I ohneWidmung). Eine weit und breit respektierte Verkörperung des zeit-genössischen Buchhandels und Buchdrucks war Thomas Fritsch. Man sprachvon den Charlatanen, die höchstens ein Jahr bei dem berühmten ThomasFritsch gedient hätten und dann ihre Weiber, Diener und Jungen -uluxxluui 'lüomkk 1''ritseuii traktieren wollten, sagte höhnisch von einemBuchhändler, er habe so wenig Verstand, wie Thomas Fritschö Pcrrllckcn-stock, machte sich lustig über die, die sein äußerliches Air nachzuahmensuchten: gravitätischen Schritts einherstolzierten — andere verächtlich überdie Achsel ansahen und seine Gewohnheit kopierten, die Nase „nach demTakt in die Höhe zu werfen"; spielte sich einer als Gelehrter auf undbrachte Vorreden hervor, so bekam er zu hören: der berühmte Herr ThomasFritsch wüßte wahrlich perfekt, was zu einer Vorrede gehöre, habe sich abersein Lebtag nicht damit abgeben wollen.'^' Den 51 „Bildnissen berühmterKünstler Bnchhündler Buchdrucker und anderer Männer welche sich so wohlin als auserhalb Teutschland verdient gemacht", die der Nürnberger Kupferstecher Joh. Leonh. Blanck 1725 in Nürnberg erscheinen ließ, geht