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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Einbruch in fremde Verlagsrechte.

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Fritsch die Gelegenheit für günstig, den gangbaren Verlagsartikel dasBuch hatte in zwanzig Jahren neun Auflagen erlebt und ging auchweiter sehr stark an sich zu reißen. Cr suchte um ein kursächsischesPrivileg nach; erhielt es auch. An Haude richtete er.gleichzeitig einliebenswürdiges Schreiben, in dem er ihm vorschlug, mit ihm zumVerlag der neuen Ausgabe in Kompagnie zu treten. Haudes umgehendeAntwort bestand darin, daß er Gleditsch welcher Gleditsch gemeintist, erfährt man nicht ersuchte, in seinem Namen unverzüglich Protesteinzulegen. Fritsch erklärte bedauernd: über das, was Fritsch andereLeute (nämlich König, der damalige führende Hofpoet in Dresden , dereine neue Ausgabe plane und sie ihm angeboten habe) gäben, könnteja Haude kein Oornimuw praetsnäirsn; er meine es deshalb nur gutmit ihm. Haude ließ sichberücken". Bitter hat er sich deshalb selbstnachher gescholten. Ein Vertragsentwurf wurde von Caspar Fritsch auf-gesetzt, dessen mit salbungsvoller Großmut verbundene raffinierte Kom-pliziertheit erstaunlich ist, vollvieler Cautelen, und gefährlicher sx-xressionsn", schreibt Ambrosius Haude am Rande,die nichts andreszeigen, als daß er mich allcmahl in seiner bösen Gewalt zu haltensuchet, damit er, wenn er lustig wäre mich allcmahl berücken könnte",volloÄieussr tloseuln so er unvermerckt einschiebet, als ob ich nurdarüber weg sehen sollte, biß er vor gut befände mich dieser sxprsssiousntödtlichcn Gifft empfinden zu laßen"; jede Periode vollerTücke undBetrug", der ganze Vertrag vollerBetrügerei und offenbahrer Gewalt";ein Vertrag, in demeiner in 3 Jahren gegen 350 Thaler 1108 Thalerdem andern schelmisch abzubringen" suchte. Daß Haude so übervorteiltwerden sollte, daß ihm Fritsch gegen einen Vorschuß von 350 Thalern1100 Thaler abzudrücken suchte, läßt sich schwer glauben; die cynischeUnverfrorenheit, mit der Thomas Fritsch in sein Rechtsgehege ein-drang und der Sohn sich ihm auf den Hals setzte, wird dadurch umnichts gebessert. Die Hauptbcstimmungen des Vertragsentwurfs bestandendarin, daß Fritsch, um Haude Dienst und Gefälligkeit zu leisten, inLeipzig 2500 Exemplare mit Haudes Namen als alleinigen Verlegersherstellen und für Papier, Druckcrlohn, Korrektur und Holzschnitte denvölligen Vorschuß thun sollte, Haude ihmseinen Thcil an denen Holz-schnitten verehren" sollte, doch so, daß bei einer zweiten Auflage Fritsch

sie ihm unentgeltlich darleihen wollte und die Titelkupfcr auf seine Kosten

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