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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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212 5. Kapitel: Leipziger Büchcrmessc bis zum klassischen Littcraturzeitaltcr.

herstellen und nach Leipzig senden sollte, aber so, daß diese Haudes vollesEigentum bleiben sollten. Für seineBemühung" (ich brauche seinerHolzschnitte, noch weniger seiner Dienstfertigkeiten und Darlchn nicht;diese FrcundschasftS Bezeugung ist mir zu kostbar, schreibt Haude an denRand) sollte Fritsch erstens einen Zuschuß von 100 Exemplaren füreigene Rechnung und mit eigenem Namen herstellen dürfen, wozu Haudeauch 100 Titelkupfer gratis liefern sollte, zweitens in drei Jahresraten725 Thaler und drittens bei einer zweiten, ganz auf Haudes Kostenherzustellenden Auflage 250 Thaler empfangen; diese drei Posten ergebenoffenbar die von Haude angegebene Summe von 1008 Thalern. Die2500 Exemplare der ersten Auflage sollten nach beendetem Druck nachBerlin gesandt werden und Haudes volles Eigentum sein; nach Empfangauch der letzten 250 Thaler und gänzlicher unaussetzlichcr Erfüllung allerBedingungen und Bestimmungen wollte Fritsch auf Eigentum und Privi-leg völlig Verzicht leisten. Eine Bestimmung über das Honorar desAutors fehlt merkwürdigerweise gänzlich; eine Randbemerkung sagt.-Seinböser Wille zeiget sich gleich Anfangs daß er mir den eclitni-km nicht nennenwollen biß dieser sich endlich über mich harte beschweret, daß ich so un-crtandtlich wäre." Anderthalb Jahre war Haude, als er den Entwurfempfing, schonhermngezcrrt" worden; verzweifelt notiert er:Weil erdenn so große Sache aus diesem Bnche macht, so gebe er mir 2000Rthlr. so will ich es ihm abtreten." Im übrigen bemerkt er am Schluß:Mein Contract muß jetzo mehr Livutkleu und Vorsichtigkeiten haben. ...Ich sehe wohl, daß er mir mit seinen Anforderungen das Leben schwerzu machen sucht, und mich um das meinige zu bringen sucht. Wer sein1,oi'ti'M noch nicht kennet, darff nur diesen seinen Entwurfs lesen, undmeine offerten dagegen halten, so wird er ihn in vollem Lichte sehen,daß er ein Betrüger."^

Der Leipziger Obcrstadtschreibcr Joh. Christian Lünig , der rastloseKompilator vielbändiger Urkunden-, Vcrordnungs- und Gesetzsammlungen(so des Tcutschcn Neichs-Archivs, des lüodsx äiplvumtieus IWIme, desLoäex ^.uAusteus u. s. w.), hatte im Jahre 1709 in Frankfurt a. O.ein (kleineres) Lorpus M'is miliwris erscheinen lassen, das auf Fritschübergegangen war, und hatte, nachdem er diesen zur Neuherausgabedes Werks oder Überlassung seiner Kollcktaneen für eine vermehrteAuflage nicht hatte bewegen können, im Jahre 1722 sein neues, um-