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1711 an den bisherigen Diener und Vertreter Justus August Fleisch-hauer und vou diesem 1714 an Sellins in Halle über, der die festeNiederlassung aufgab und nur während der Messen offenen Laden hielt.^Seit den zwanziger Jahren des 18. Jahrhunderts war Weidmann derAnführer im Kampfe der Leipziger gegen diese wie andere Beeinträchtigungenund Störungen des Leipziger Buchhandels. Gegen drei Punkte richtetensich seine wiederholten Beschwerden: gegen den Büchcrvertricb von Pfuschern,d. h. Personen, die eigentlich nicht dem Buchhandel angehören sollten,gegen den Vertrieb seitens auswärtiger Buchhändler über die Meßzeithinaus, namentlich aber gegen die Kommanditen oder Niederlassungender Ausländer, deren Konkurrenz ihm und Thomas Fritsch die will-kürlich hochgehaltenen Preise ihrer bedeutenden fremdländischen Sortiments-geschüftc drückte. Weidmann spielte die Rolle des Vertreters der Leip-ziger Buchhändler. Die Festsetzung Pierre Morciers in den zwanziger,Jacob Wetsteins in den dreißiger Jahren gelang es Weidmann zu ver-hindern, obgleich der Rat seinen Beschwerden (die zum Teil mit Appella-tion in Dresden drohten) nur halb und ungern entsprach. Schließ-lich aber sollten Bestrebungen und Gcgenbestrcbungcn doch mit einemvollen Erfolge auf holländischer Seite endigen: mit der Festsetzung einerFirma, die das Geschäft in holländischer, speziell in Holland erschienenerfranzösischer Littcratur dann lange Jahre hindurch geradezu beherrschtzu haben scheint. Es war die Firma Arkstcc <d Mcrkus, unter der diebeiden Halbbrüder Hans Easpar Arkstcc und Hendrik Mcrkus ausAmsterdam bereits seit einigen Jahren den fremdländischen Buchhandelauf den Messen betrieben, und deren Festsetzung in Leipzig nachher noch soviel Staub aufwirbeln sollte. In einer Eingabe vom 14. Dezember 1736erklärten sie auf die übliche Weidmannsche Beschwerde hin: Sie hätten ihrenBuchhandel in Leipzig seit einigen Jahren allerdings bisweilen auch zwischenden Messen, namentlich zwischen Michaelis- und Neujahrömesse geführt.Die meisten Buchhändler seien aber dcöfalls mit ihnen überall voll-kommen einig und g.eeoicl, in reiflicher Erwägung, daß in ihrer Hand-lung allein exotieg, und dergleichen Werke, so in Frankreich, England und Holland , sowie überhaupt in diesen Sprachen gedruckt würden, zufinden seien, und daß den Leipziger Buchhändlern, der Stadt und derUniversität daraus der Vorteil erwachse, daß sie die von ihnen geführtenWerke nicht mit vielen Kosten aus fernen Orten zu verschreiben brauchten.