Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

224 Kapitel: Leipziger Biichcrmcssc bis zum klassischen Littcraturzcitalter.

diese deshalb künftig fahren lassen und lieber bei der Leipziger bleiben.Damit würden dann auch wohl die, so bisher nicht zu der LeipzigerMesse gekommen, am gewissesten diediesseits Frankfurt " wohnenden,die Frankfurter veränderte Ostermcssc fahren lassen und die Leipzigerbesuchen. Enthielten diese Vorstellungen das deutliche Anerkenntnis, daßdie Leipziger allgemeinen Messen die Frankfurter jetzt an Bedeutungüberragten, so sprach eine zweite Denkschrift der Leipziger Kaufmann-schaft vom 22. Juni 1711 dasselbe ausdrücklich speziell von der Leipziger Büchcrmcssc aus. Sic sagte, daßnach vieler Buchhändler i-Äisonnementgar leicht geschehen könnte, daß, weil seit einigen Jahren viel mehr Büchervon Wichtigkeit in Leipzig u. a. chursüchsischen ^rtcn edirct oder ge-druckt worden, als sonst in vorigen Zeiten nicht geschehen und notorischder Buchhandel in denen Leipziger Märkten dadurch jctzo weit impor-tantcr sei, als vor zwanzig und mehr Jahren, die fremden Buchhändlerdaher der Frankfurter Neuerung ungeachtet ihre Bücher nach Leipzig zuMarkte bringen müssen, umb so viel mehr, wenn die Leipziger u. a.sächsische Buchhändler wegen der kurtzen Zeit zum Leipziger JubilatcMarkte ihre Wäreu gar nicht nach Frankfurt in den neuerlichen Quasi--modogcniti Markt schickten".

Allerdings sind noch in den Jahren 1713 und 171ö auswärtigeBesucher um eine Verlegung auch der Leipziger Messen, sollte es auchnur um eine Woche sein, eingckommcn. Kaufmannschaft uud Kramcr-meister von Leipzig aber sprachen sich 1713 und Anfang 1714 abermalswiederholt entschieden dagegen aus: die Leipziger Messe habe eine größereAnziehungskraft als die Frankfurter. Der Erfolg aber gab ihnen schondamals Recht. Ende 1713 konnte sowohl die Leipziger Kaufmann-schaft als auch das Leipziger Gcleitsamt feststellen, daß wiewohl offen-bar, bemerkte das letztere, daß das ganze Absehen dahin gerichtet, wie sieFrankfurt groß, Leipzig aber klein machen möchten der Leipziger Messe ein Schaden nicht erwachsen sei. Von einer Verlegung der LeipzigerMesse sah deshalb Sachsen zu Beginn des Jahres 1714 endgültig abund gab schon damals den suppliziereuden Auswärtigen den Bescheid,wenn ihnen das neue Verhältnis nicht genehm wäre, so sollten sie sichum Herstellung des alten an Frankfurt wenden. Immerhin hat sichdie sächsische Regierung auch weiter bei der kaiserlichen um die Abschaffungder Frankfurter Neuerung bemüht, und auch die Mehrzahl der fremden