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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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2Z4 5. Kapitel: Leipziger Büchermessc bis zum klassischen Litteraturzeitalter.

mahnen und allein Ernst müßten dazu ahngehaltcn werden". Freilichmacht sich auch schon damals stärkerer passiver, ja offener Widerstand,dies besonders seitens der Holländer, bemcrklich. Von der Herbstmesse

1701 hatten die ausländischen Buchsiihrcrzum Thcil !:obwohlenmann Sie disorts ihrer schuldigkcit ernstlich erinnert, :j dannoch sichganz hcimblich vnd stillschweigend ohne einige Entrichtung derer Lxeru-xllrrien, wiedcrumb hinwcgbegcbcn," und Huguetan von Amsterdam hatte sich nicht gescheut, der Kommission vcrmcsscntlich zum öftern zuvernehmen zu geben:er wäre dem Kaiser von den Büchern, dieer nach Frankfurt in die Messe zu bringen Pflege, nichts schuldig!"Auch Nürnberger, Kölner und Frankfurter Verleger zeigten sich nichtnur trotz öfterer Erinnerung saumselig, sondern lieferten die Exemplarefast muthwilligcr weiß in vilipenclium dcro Kayscrl. Bücher Lowwis-sariats" nicht ab (Ostern 1703). Immerhin müssen die Verbrechernoch leicht zu überschauen gewesen sein, wenn die Bücherkommission 1707angewiesen werden konnte, sich wegen dreier nicht vcrgabtcr Artikel einesNünbcrgcr Verlegers an den dortigen Rat zu wenden. Etwa mitBeginn des zweiten Jahrzehnts nehmen die Dinge ein anderes Gesichtan. Die Verzeichnisse der Restanten nehmen an Umfang bedenklich zu,und die Herren werden samt und sonders nicht nur saumselig, sondernsaumselig uud halsstarrig" genannt. Es waren drei Buchhändler ausLeipzig, je zwei aus Halle und aus Nürnberg und je einer aus Ham-burg, Hannover, Ulm, Augsburg und Langenberg. Und es kam jetztSystem in das Verhalten der Buchhändler. Fritsch und die Lauckisch'schcnErben aus Leipzig (oder vielmehr beider Bediente) und Tauber ausNürnberg hattenauch so gar sich nit gescheut, die übrige zu inlimiclircnund von Lieferung der Exemplare abwendig zu machen; zugcschwcigen,"setzt der Bücherkommissar hinzu,daß selbige die geringste Bogen inder güete geliefert sondern ich habe alles mit größter Mühseligkeit undschärpfester Erinnerung gleichsnmb von Ihnen hcrcmspreßeu und erzwingenmüssen". Es verdient angemerkt zu werden, daß die Bücherkommissiondarin nur als Werkzeug thätig war und dem Reichshofrat damalswiederholt nahegelegt hat, den Bogen nicht allzu straff zu spannen. Esbetraf dies besonders die Abgabe der Pflichtexemplare von Neuauflagenund von nichtprivilcgicrten Werken. Als Zuuner aus Frankfurt a. M.

1702 mit Bezug aus die schweren Kosten, den langsamen Absatz und