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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Protest der Buchhändler gegen kaiserliche Verletzung des Verlagsrechts. 251

stattfand, und der darauffolgenden Leipziger Ostermesse den in Frankfurt uud Leipzig anwesenden einheimischen und auswärtigen Buchhäudleru zurUnterschrift vor. Sie wurde in Frankfurt von sieben einheimischen undfünfundvicrzig auswärtigen unterzeichnet. Das Frankfurter Jnsinuations-protokoll trägt mit Einrechnung von Glcditsch und Bader 64 Unterschriften.Zählt man dazu die fünf Erklärungsuntcrzeichner, deren Namen im Jn-sinuationöprototoll nicht wieder auftreten, und rechnet man die fünfzehnFrankfurter Firmen ab, so ergibt das eine Anzahl von 54 auswärtigenUnterzeichnern. Von diesen 54 Firmen sind 43 aus Süd- und West-deutschland (am stärksten vertreten Nürnberg, Köln, Augsburg ; außer-dem Marburg, Straßburg, Tübingen, Stuttgart, Gießen, Ulm , Cassel,Regcnsburg, Büdingen, Wetzlar, Ingolstadt), 2 aus der Schweiz , nur 8 ausNorddcutschlcmd (davon fünf aus Leipzig : Weidmann, Gleditsch, LanckischsErben, Krug, Stock), 1 aus Holland . Ihre Unterschrift ohne jeden Bei-satz, also doch offenbar ihre Zustimmung ohne jede Einschränkung, habennur fünf Firmen erteilt: drei Kölner, eine Franlfnrter und eine Nürn-berger (die W. W. Endterischen Konsorten); dazu kouformierte sich alssechster der Kölner I. W. van der Poll ausdrücklich mit der kaiser-lichen Resolution, sei es nun, daß damit die schon erfolgte oder(Gleditsch hatte noch vor der Fastenmesse gegen diese Klage angestrengt,die dann, obgleich sie die nähern Umstände erläuterte, durch Konklusumvom 11. Juli 1737 endgültig abgewiesen worden ist) die zu erwartendegemeint war. Die Erben van Eöllen >d Huisch (Köln ) begnügten sichdamit, ihrer Unterschrift die Bemerkung hinzuzufügcu, daß beide Bücherallezeit in Groitschens Handlung gewesen. Alle übrigen haben ihreUnterschrift entweder verweigert oder sie unter Vorbehalten erteilt oderihre Übereinstimmung mit Glcditsch und ihre Mißbilligung der kaiser-lichen Privilegien ausgesprochen. Vier Firmen (je eine Marburgcr,Nürnberger , Straßburger und Easseler^ erklärten, sie hättenkeinen Ge-fallen an solchen Sachen", fünf weitere, man solle siedamit verschonen"(zwei Nürnberger , darunter die I. A. Endterischen Erben: weil derPrinzipal nicht anwesend sei, eine Frankfurter , Z. Chatclainweilener ein Holländischer Buchhändler, uud dieses tcutschc Bücher" undE. und I. R. Thurncißcn in Basels. Lottcr nannte die Privilegienerschlichen, Mart. Vcith und Gebrüder erschlichen nnd ungültig, Strötter,Gastell und Jlger erschlichen, unanständig und erstohlen; alle drei sind