Rechnungswesen. Tausch. Bestellung und Lieferung.
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Differenz allzu lange dauernd auf der einen Seite, so sendet ihr, nament-lich wenn der Bücherbezug auf jener nachgelassen hat, die andere, unddas kann in ganz unregelmäßigen, willkürlichen Zeitabständen geschehen,die Abrechnung mit ausdrücklicher Erinnerung an Saldicrung; die Ant-wort ist gewöhnlich, daß man zur Bezahlung des Saldos ja bereitsei, ihn aber lieber durch neuen Bezug decken möchte: und nun folgtneues Angebot, vielleicht auch gleich neue Scnduug ohne spezielleBestellung, neue Bestellung und Gcgcnbestcllung. Ganz ebenso müssenwir uns den Tauschhandel aus der Messe vorstellen. Zwischen Hand-lungen, die in einen solchen Perkehr getreten waren, galt dieVerweigerung der Change im allgemeinen als unfair. Und.- nnmuknmriuw 1a.vat; eine Hand wäscht die andere. Es galt als alte Ge-wohnheit, von jedem der neuen Artikel einer Handlung, mit der manin Tauschvcrkchr stand, vier bis sechs Exemplare zu schreiben. ^ Deshalbbegnügte man sich auch so leicht mit bloßen Titeln, also Wechseln ausdie Zukunft. Blieb das Buch selbst aus: zur nächsten Messe brachteder Geschäftsfreund etwas anderes, an dem man sich dafür erholenkonnte. Gerade wegen dieses engen, freilich auch in so mancher Hin-sicht läßlichen freund-brüderlichen Zusammenhangs und Zusammenhaltsvermißte man später, als die frisch-kalte Zugluft des Nordens ihn ver-wehte, den Tauschhandel so bitter und meinte, nun müßte die ganzeEinheit uud Einheitlichkeit des deutschen Buchhandels aus den Fugeugehen; man hatte sich durchaus nicht im Zeitalter eines Doppelkaufsgefühlt, sondern sah erst jetzt mit Furcht und Bangen ein dem buch-häudlcrischcu Wesen völlig fremdes „kaufmännisches" Zeitalter anbrechen.
Wer eine Messe weder selbst besuchte noch durch seinen Diener be-suchen ließ, gab einem Geschäftsfreunde „Memoriale", d. h. Bestellzettel— häufig auch mit Empfehlungen eigenen neuen Verlags versehen —mit oder sandte sie an den Kommissionär; sie gelangten in die Hand derMarkthclfcr (die übrigens in etwas zweifelhaftem Rufe gestanden zu habenscheinen^), die die Bestellungen ausrichteten^; der Liefernde „schrieb"die gewünschten Artikel (denn auch so wird dieser Kunstausdruck gebraucht),d. h. er schrieb eine Faktur mit Preisangabe, und lieferte sie dem Markt-helfcr, wenn dieser seinen zweiten Umgang hielt, um die Bestellungen zukolligiercu, offen aus.^ Übrigens fand dieselbe Art des Bezugs auchdurch Diener statt, die an Stelle deö Herrn die Messe besuchten^; daß