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6. Kapitel: Der Buchhandel,
kleine Kästen oder Fächer genagelt; ein Tisch mit Schubladen, darauf einhölzernes Schreibzeug, ein stählernes Petschaft, ein Messinglcuchtcr; ein„hölzerner Knopf" oder eine „Rolle" mit Bindfaden, eine Scheere; einelange Schiefertafel. Zuweilen ein besonderes schicfernes Tischchen, auch einbesonderer Gcldtisch mit Visier und Gestell. Auf dem Stuhl ein derbesLederkisscn; am Fenster ein Lehnbänklein, ebenfalls mit offenen Kasten.Endlich ein Sandseigcr, ein O^lenämium iisrxstuum, an der Wandwohl gar noch ein Ölbild oder doch ein paar illuminierte Kupfer-stücke.^ Ein Kupfer iu einer der Schriften Abraham a Santa Clarasvom Jahre 1711 zeigt im Buchladen einige verschnürte Bücherballen,hoch aufgeschichtet Stöße roher Bücher, ein Stoß befindet sich unterder Presse; ein kreisrundes Faß, in der Höhe etwa 1, im Durch-messer etwa 1 ^2 Meter groß, mit gebundenen Büchern.^ Die Bücherwurden zunächst gemustert, geordnet, katalogisiert. Wenn man die Ord-nung, in der der Buchhändler seine Ware aufstapelte, nach der in dengedruckten Katalogen befolgten Anordnung beurteilen darf — und ineinem Katalog aus der Mitte des 18. Jahrhunderts" heißt es, dieBücher seien unter gewisse Haupt-Titul gebracht, „wie man sie inrkAulluren Buchlädcn insgemein abgetheilet finde, als ^.etÄ, vöduetiones,Reisebeschreibungcn, Laweäien et,e." —, so waren sie möglichst nachsachlichen Gruppen geordnet. Das Einordnen und Katalogisieren derBücher, auf die Mcßzeit folgend, hatte so, wie das Mcßgcschäft selbst,seine regelmäßige Zeit im Jahre. Die laufende Arbeit des Jahresunterschied sich dadurch von der späterer Zeiten, daß es weniger Korre-spondenz- und Schreibarbeit gab. Natürlich wurden Bücher geführt:ein Hauptbuch, Buchhändler- und Kundenregistcr, Inventar — in gutgeleiteten Handlungen wurden die Sortimentsbestände von Zeit zn Zeitaufgenommen, die Verzeichnisse hießen in älterer Zeit „Taxbücher" —,endlich der Mcßcxtrakt und das unvermeidliche Defektbuch. In manchenBuchlädcn wurden neben den Büchern allerhand sonstige Dinge feilge-halten, die mit dem Buch- und Schrcibwescn näher oder ferner zu-sammenhingen. Alexander Fromery in Berlin " führte z. B. gegenMitte des 18. Jahrhunderts nicht nur auch alle Sorten von Papier,sondern Siegellack, Oblaten, Federn, Tinte, Bleistifte, Mietverträge,Stempelpapicr, Vollmachten, Brieftaschen, Almanachs, Spielkarten, Zei-tungen, Wachslichtc — kurz: „tous es c^ui eonvisnt, lmx (Hkdinsts et