Laden, Gewölbe. Laufende Geschäfte. Buchladcn und Publikum. 277
aux LkÄneöUsi'ies". Daneben beschäftigte er sich auch noch mit Ein-und Verkauf von goldenen, silbernen und bronzenen Medaillen. DieLagerräume, deren ja der Tauschhändler besonders umfänglicher bedurfte,waren namentlich bei den großen Firmen der (damals so eng gebauten)Hauptbuchhandelsstädte vielfach vom Laden getrennt. Von Frank-furt a. M. wissen wir, daß dort besonders die Klöster, namentlich dasEarmeliterkloster dazu Verwendung fanden; bei dem Brande im Jahre1726 sollen in letzter»? für 100000 Gulden rohe Bücher unter-gegangen sein. ^
Kann sich der damalige städtische Buchladen an Eleganz mit demspäterer Zeiten nicht messen, so war er doch eine gastliche Stätte fürdie, deren Bedürfnis er in erster Linie gewidmet war, und darin ist erdem heutigen uicht nur gleichgekommen, sondern hat er ihn übcrtroffen— nicht durchaus zum Vorteil des Buchhandels. Je weniger das litte-rarische Nachrichtenwesen, das allgemeine und spezialistische, entwickeltwar, desto wichtiger war der Buchhändler und sein Laden, um solchenMangel an seinem Teile zu ersetzen. Als die gelehrten Journale auf-kamen, lagen auch sie im wohlverstandenen Interesse des Buch-händlers zu unentgeltlicher Lektüre in seinem Laden aus — in einemBuchhändlcrtatalog vom Jahre 1725 (Gießen und Marburg ) werdenz. B. „Gelehrte Zeitungen, Europäische Fama, Latein und Teutsche^.ew Ll-mliwi'um" genannt —, neben den Katalogen, die wie jene dieKauflust ermuntern, die Wahl erleichtern sollten.^ Der Buchladenwurde viel besucht und auch an Ort und Stelle viel benutzt und aus-genutzt. In den 1690er Jahren hören wir von einem Kgl. SächsischenKopisten zu Dresden , der fast immer in den Buchläden zu finden warund hier ganze Stunden und länger las/'^ Aber nicht nur das.Die „Gelehrten" wollten auch die Bücher selber kennen lernen: und dasgeschah schon bequemer zu Hause. Manche trafen wohl mit dem Buch-händler ein Abkommen, „gaben ihm eine Tension damit sie ein undander Buch durchzulesen haben möchten"^; durchzulesen, aber auch ab-zuschreiben oder doch zu exccrpieren, wie denn das Bücherborgcn und-excerpieren auch unter den Gelehrten selbst im Schwange war. Wie bitterhaben die Königsbcrgcr Buchhändler in den vierziger Jahren des 17. Jahr-hunderts wiederholt darüber geklagt, daß sie besonders den Professoren ihreLüden „gleich einer Landesbibliothek aufsperren" müßten!^ Die eigentliche