?IN novitatö und sonstiger Verkehr zwischen den Messen vor 1648. 387
„zwischen den Frankfurter Messen" die „Einkaufung und Bestellung" derBücher, die man „jederzeit begehren" werde, „auf sich nehmen unddieselben mit ehester Gelegenheit, die man haben kann, herbeischaffen",als auch, „wann etwas in Heidelberg publicirt würde, so man auch gernan andern Orten spcirgirt haben wollte", solches „den anderswo gesessenenBuchhändlern, mit denen er in den Frankfurter Messen oder sonst Kund-schaft und Correspondenz haltet, bei Zeiten zu wissen thun und ihnendergleichen zeitlich zukommen lassen".^
Wir haben die etwa mit dem Jahre 1664 endende Periode die-jenige des „reinen" Meßvcrkchrs, die alsdann beginnende die des „vor-herrschenden" Mcßverkchrs genannt. Es ist der Charakter dieses unseresZeitraums: daß der Geschäftsverkehr zwischen den Messen, auf dessen Vor-geschichte wir einen kurzen Rückblick thun mußccn, sich nun schon außer-ordentlich stark entwickelte. Wir hörten, daß Adrian Beicr den Buchhandel„Landhandel" nannte, daß nach ihm den Hauptteil des buchhündlerischenGeschäftes das ausmachte, daß die Bücher „über Land beschrieben" wurden:und das, setzen wir jetzt hinzu, gilt nach ihm für den Verkehr des Buch-händlers sowohl mit den Kunden^, als auch mit seinen Geschciftsgcnosscn.Verordnungen und Geschäftsbriefe des ausgehenden 17. Jahrhundertszeigen uns, daß die Sendung zwischen den Messen etwas durchaus Ge-bräuchliches war, und daß man dafür bei weiterer Entfernung seine festenStationen und Sammelstellen hatte. Ein Wolfenbütteler Buchhändlersandte am 6./16. Juni 1664 Defekte an einen Buchhändler in Frank-furt a. M.V"; BusäuS in Köln verlangte im Dezember 1667 brieflichvon Cholinns in Frankfurt a. M. umgehend xstitos snos lidros unddie schon früher verlangten Defekte^; die Nürnberger Buchdrucker-ordnung von 1673 bezeichnet die Ware des Buchhändlers als die Bücher,die er auf Messen einhandle und „zwischen den Messen zugeschickt"erhalte; ein Ecller Buchhändler schickt unterm 11. Oktober 1690 eineBestellung an Gleditsch in Leipzig mit der Transportnotiz: „wenn ermahl waß an Hrn. Zilliger sin Braunschwcig^ sendet"^; der BerlinerBuchhändler Rupr. Völckcr besorgte 1658 ihm aufgegebene Bestellungensofort von Leipzig aus^; Frankfurter Buchhändler ließen sich um 1700Brüsseler Verlag auf jeweilige Bestellungen der Kunden hin „von monathzu monath in einigen exsmMricn von Brüssel kommen". Freilichdürfen wir uns nicht dazu verführen lassen, den Geschäftsverkehr in