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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Auslieferung.

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3. Januar 1711 an Glcditsch und Weidmann:Bitte denen Hrn. Lancki-schcn Erben diejenigen Bücher, so Sie x. Louto meiner begehren, fernerabfolgen zu lassen.""^ Die erste Beschreibung des Kommissions- undAuslicferungswesens aus Buchhändlermundc stammt aus dem Jahre1737. Die Bücher, heißt es dabei, wurden nach Leipzig überschickt,damit dieauswärtigen benachbarten Buchhändler oder andere Per-sonen", denen es zuweitläuffig und kostbar" sei, deshalb erst nacheinem weitentfernten Ort wie z. B. Frankfurt a. M. zu schreiben, siebedürfenden Fallssich in Leipzig erholen" könnten. Es sei daszuErhaltung des Lomwereii unumgänglich erfordert". Die Bücher würdenbei Leipziger Buchhändlernniedergeleget" und hier so lange aufbehalten,biß ein'Ausländischer Darum schreibet"."^

Zu Ende unseres Zeitraums ist jedenfalls die Anfangs- undVorbereitungszeit der Bildung und Bedeutung des Leipziger Kom-missionswesens vorüber; es ist nach allen seinen Seiten entwickelt undbedarf nichts mehr als eine immer größere Ausbreitung und syste-matische Anwendung. Alle größern Verleger haben in Leipzig ständigeNiederlage und während der Messe offenes Gewölbe. Der Kommissionärvereinigt in seiner Hand Niederlage, Auslieferung vom Leipziger Lagerund Spedition über Leipzig . Die vorhin angegebene Schilderungsie stammt von Franz Barrcntrapp in Frankfurt a. M. vereinigtalle drei Punkte unter dem Begriffe der Spedition: die Bücher werden,beispielsweise von Frankfurt a. M., nach den Städten des LeipzigerMcßbczirks spediert und bleiben nur gleichsam zufällig unterwegs inLeipzig so lange liegen, bis ihre Weiterbeförderung von den einzelnenauswärtigen Firmen beordert wird. Es setzt sich dadurch der innereGeschäftsverkehr auch zwischen den Messen über Leipzig fort. Geradevon dieser Zeit an, etwa seit dem Jahre 1730, tritt auch die alte Be-zeichnungFactor" zurück und wird statt dessen der technische AusdruckLomllussiouki'ius" üblich. Die Bedeutung des Kommissionswesenswar so groß, daß Heinsius in Leipzig in einem Entwurf, den er 1734der Büchcrkommission unterbreitete, vorschlug, dem Nachdruck dadurchdie Axt an die Wurzel zu legen, daß den Leipziger Buchhändlern ver-boten würde, auf Nachdrucke Kommissionen anzunehmen: das würdefür die gottlosen Nachdruckcr einrechter Donnerschlag" sein, sie vomNachdruck abhalten und zur Aufnahme des Buchhandelsgroßes bei-