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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Handschriftliche und erste gedruckte Kataloge.

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Zeitmangels als Antwort auf von überall her an ihn gerichtete Briefedienen. Es verzeichnete alte und neue Vcrlagsartikel, verzeichnete einigeSortimentsbüchcr, enthielt Anzeigen künftig erscheinender Vcrlagsartikel;die Preise sind im Unterschiede zu dem einspaltigen Folioblatt vom1. Oktober 1498 nicht beigedruckt. Ähnlich das Verzeichnis vom24. November 1513. So kaum begonnen, brach damit die Entwickclung auchab. Aldus starb kurz darauf, und sein Beispiel fand keine unmittelbareNachfolge. Erst im Jahre 1533 erschien auch in Deutschland ein erster,und zwar reiner Verlagskatalog; aber ein Spezialvcrlagsvcrzcichnis,das eigentlich weniger einen Buchhändlerkatnlog, als vielmehr eineBibliographie darstellt, derLawlogus oder Register aller Bücher vndschrifftcn v. Mart. Luth. durch jn ausgelassen, vom jar N. v. XVIII.bis jns XXXIII. Mit einer Vorrhede. Wittenberg "; Kleinoktav, gedrucktvon Hans Lufft , die Vorrede von Luther selbst; die einzelnen Schriftenmit Jahreszahlen, aber ohne Preise.Daß die Herstellung dieses Kata-logs der Wittenberger Ausgaben Luthers von den Verlegern (ChristianDöring und Lucas Ercmach, in deren Händen sich diese Ausgaben mitder Zeit angesammelt hatten) veranlaßt worden ist, ist kaum zweifelhaft;vielleicht hängt sie mit dem Umstände zusammen, daß die einzelnenBibelschriften im folgenden Jahre an eine neue Verlagsgcsellschaft über-gingen. Angesehen worden scheint er freilich nur als das Werkvcr-zeichnis eines Schriftstellers zu sein: Geßner nahm ihn in seine Univcrsal-bibliothek (S. 503) unter Dr. Martins Werke, ins Lateinische übertragen,auf. Erst zwei Jahrzehnte darauf finden wir den ersten eigentlichendeutschen Buchhändlerkatalog, die Werke nicht nur eines Autors, sondernden Gesamtverlag einer Handlung und zugleich wiederum, wie bei Aldns,Sortiment umfassend; es ist der I.idi oium xsr 50^X5lLN 0?0Ii55sVNMi'tiru kxeusoi'um Imewnus, ZM-Iim in siusÄeru (Mein», ueiuüiuru,IXOLX: sinAulis acl orclinein alMadelieuw reclaet^, et. aclieet«.juM'essionis tormg,. Lasilsas 1552 (Schlußseite: UenLk Naiv).74 Seiten Titel in alphabetischer Folge, mit Formatangabe, ohne Jahres-zahlen und Preise; das Format Kleinoktav. Im gleichen Jahre erschienein ebensolcher Katalog von Robert Stephanus in Paris ; aber durchwegmit Preisangaben.

Das ist alles, was aus jener ersten Hauptpcriodc an gedrucktenBuchhändlerkatalogen vorliegt. Daneben hatte eben damals, als Oporins