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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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301
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Begründung der gelehrten und buchhändlcrijchen Bibliographie. Z01

t^ollöotiv in nnum eoi'ims; gegründet lediglich auf die Meßtatalogc.Band I (die hebräischen, griechischen und lateinischen) und Band II (diedeutschen Titel enthaltend) schließen sich auch in der Einteilung an denMcßkatalog an; Band III (die Titel der drei romanischen Sprachenenthaltend) zerfällt dagegen in dreißig Abschnitte, vertieft also die in denMeßkatalogcn übliche Einteilung. Das Verzeichnis sollte namentlich zurEinrichtung und Bereicherung von Bibliotheken dienen: das Mittel bieten,sich nicht durch hastiges Angebot fortreißen zu lassen, sondern im Über-blick über das Gesamtgebiet das Beste auszuwählen. Die Eollectio selbsthatte sich streng an das Prinzip der Vollständigkeit (auf Grund der Meß-katalogc) gehalten; es gelte für den Einzelnen, sagt das Vorwort, nachAlchymistcnwcisc das Gold aus dem Miste zu scheiden und nach Bienenartam Übelriechenden vorbei- und dem Wohlriechenden nachzugehen.

Der Gedanke Willers wurde, aufErmahnung vieler vornehmerund anderer Leute", - aufgenommen und in Anwendung ans seinen eigenenMeßkatalog fortgeführt von Henning Große in Leipzig (?i'0<1it stuäiuuisuinnt-unuins in l^noZraMm suii. nroeurlmte Henning» (Grosso),dem Begründer des Leipziger Meßkatalogs. Sein Lienens ssu IndexOsnei'glis, erschienen 1600, nannte sich selbst einen Fünfjahrskatalog«libri «Zinnes, cM ultimo 86<mli 1500 . . wktro . . nroäierunt) undumfaßt die Jahre 15941599. Er besteht aus einem lateinischen undeinem deutschen Teile; die Anordnung ist fast ganz die des LeipzigerMeßkatalogö. Große zu glauben, fand der Elenchus wir entsinnenuns dessen weite Verbreitung; er erbot sich mit seinen Marktbüchcrnzu belegen, wie er in alle Lande sehr verhandelt und verführt werde;und in der That weist z. B. das Mcßlager eines Wittenberge Buch-händlers von? Herbst 1600 zwölf Exemplare davon auf.^° Trotzdem istder Elenchus die einzige derartige Zusammenfassung in Leipzig geblieben.

In Frankfurt dagegen waren nun kurz darauf jene beiden biblio-graphischen Werke erschienen, die, wie wir oben hörten, noch zu Endedes 18. Jahrhunderts zu den wichtigsten bibliographischen Hilfsmittelngezählt wurden. Sic sind ausgegangen von dem Frankfurter BuchhändlerPeter Kopf. Das erste ist der zweibändige I^nius seeuli . . ad g.nno1500 g,ä 1602 . . elsnenus eonsuumtissinnuz, herausgegeben vonJohann Glcß, 1602, zwei Teile, ein lateinischer mit einem romanischenAnhang und ein deutscher; die Anordnung die in den Meßkatalogen übliche.