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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
317
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Antiquariats- und Disputationshandcl. Zurücktreten des Verlagskatalogs. Z17

eigentlich als ein Abdruck der Titel, die man an den Mcßkatalog ein-sandte und dann zuweilen dem Sortimentskatalog beigab. Andrerseitstragen die Verzeichnisse häufig den Charakter der Sortimcntsverlags-kataloge der ersten Unterperiode: der Verlag ist vermischt mit Sortiment;typisch dafür der Latg-loZus lidrorum, Quorum Mirimos xi'opiÜ8Lnwxtidus immimi eursvit, xs.rt.im etism in eoi>ig. xossicket,, et.cum aliis c>usm plurimis venalss exponit, ^oli. I^uclovieus (Äsüitseu,Vidi. I^ixs. Leipziger Michaelis-Meß, Anno 1700. Fol. Die ErbenMatth. Mcrians 1680 in Frankfurt und Joach. v. Sandrarts (f 1688)in Nürnberg gaben Verzeichnisse ihrer Kupfcrwerke heraus. Es sprichtdas für die selbstbewußte Stellung des Kunsthandels dieser Zeit; doch wardas Sandrartsche Verzeichnis, ein einzelnes Blatt, als Rundschreiben fürden Ausverkauf bestimmt. Das Verzeichnis von 1724derer Bücher,welche Ambros. Haude in Berlin selbst verlegt", trägt den Zusatz:oderiu Menge bei ihm zu finden", und ist mit seinen sieben Blättern nurein Anhängsel des Lagerkatalogs. Die Verzeichnisse von Metzler in Stutt-gart, 1743 und 1765,.und Im Hof in Basel, 1760, halten sich imUmfang des Haudeschen. Im übrigen sind es meist kümmerliche Blätter,so von I. L. Gleditsch 1700 und 1705, Groschuff in Leipzig ( theologisch),Walther in Dresden, Croker in Jena 1712, Neue Buchhandlung inHalle 1721 (hier zum ersten mal die Bezeichnung:Vcrlags-LZawloZus"),Müller in Gießen, Knoch in Danzig, Metternich in Köln 1705 (katholisch-kirchlich), Kühn in Ulm 1710 (evangelisch-theologisch), Weber in Nürnberg 1730 (Verlags-Katalog"), Joh. Ad. Schund in Nürnberg 1738, Ofsen-bachcr Buchladcn, Schorendorf in Basel. Auch das KunstverzcichnisChristoph Wcigels in Nürnberg ist auf ein kleines Blättchen gedruckt.Der Catalogus der Verlagsbücher G. Pet. Monaths in Nürnberg, 1747,mit Supplement von 1750, wird vom Sortiment überwuchert, ebenso dieVerzeichnisse von Kühn in Ulm 1710, Groschuff in Leipzig 1724. Nurzwei Verlagskataloge ragen selbständig als Bücher hervor: der DillingcrTitelkatalog Joh. Casp. Bencards von 1715, eine alles schlagende Prunk-leistung der deutschen Jesuiten in Folio, und der LawloMS I^idroruml^rom'iis LumMdus Läitorum der kgl. und privil. Akademiebuch-händler Ambrosius Haude und Joh. Carl Spener von 1748: ein Klein-oktavhcft mit rund 250 Nummern. Der Verlagskatalog von Bielcke inJena (etwa 1740) hat uns nicht vorgelegen.^