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6. Kapitel: Der Buchhandel.
Daß der deutsche Buchhändler, dessen Produkte sich ja damals imallgcmeiuen überhaupt nicht durch besondere Schönheit auszeichneten,gerade an seine Kataloge nicht viel Schmalz that, ist begreiflich. Aller-dings kommen recht hübsche Exemplare vor. Der LawloM« LilnoruwI^eulwtuni oinniuin ^ui vönalss rg^kriuntur in oincina viüuasZoimnis Usinninni ^ (isläsi- Lidiionoias Nonaeensis us^ue^nnum 1705, Nonaenii 1705 z. B. hat besonders gutes und kräftigesPapier, säubern und klaren Druck, über jeder Rubrik eine Randleiste,hinter jedem Buchstaben im Alphabet eine Lücke zu handschriftlichen Nach-trägen: ein appetitliches Buch — und gerade ein Katalog soll ja Appetitmachen und seine Ausstattung deshalb vom Buchhändler im eigenen Inter-esse durchaus nicht als gleichgültig angesehen werden. Aber wieweit stehenselbst solche Exemplare hinter den zuweilen in zierlichem Duodezformathergestellten prächtigen Katalogen der Holländer, Franzosen, Italienerzurück! Indes nicht das ist es, was wir hier betonen wollen; die Kata-loge der Ausländer waren auch inhaltlich großenteils viel intimer alsdie deutschen gearbeitet, und französische Buchhändler — in Berlin —haben dann in Deutschland die ersten Beispiele gegeben. Jean Neaulmesfünfbändiger „Lawlogus v'uns nomdreux eolieetion De Invi-es entont Zönie lÄiss st euiiöux . . maiMis mix Ziancies LidlilMeliuss",Berlin 1763, umfassend 10167 (numerierte) Artikel, in einem sehr ge-schmackvollen und handlichen schmalen Quartformat, auf prächtigemPapier, mit geschmackvollem, scharfem Druck und die wertvollsten Bücherverzeichnend, ist einer der ersten, der hinter einzelnen Werken Bemerkungenwie „rariss." u. dergl. hinzufügt; er verteidigt sich deshalb bcsouders:es sei durchaus keine Marktschreiers oder dergleichen. Noch bemerkens-werter ist der Lalalogue Kaisonns Os 1^ Indrairis O'Wsnnö äsLourüölmx. Indi'Aire On Koi st, <ie Iii. Loui-, lorne I—IV, Berlin 1754—1755, der von I. H. S. Formey , Sekretär der königl. Akademie,verfaßt ist. Er verzeichnete die Lagerbücher und die während der Her-stellung erscheinenden Neuigkeiten, zusammen im ganzen 2283 Nummern.Wöchentlich erschien ein Bogen, so, daß die einzelnen Bogen, eine zu-sammcuhängcudc alphabetische Folge bildend, in Buchform unmittelbarancinandcrschließcnd fortlaufen; die Neuigkeiten sind dazwischen eingefügt,wie sie gerade erschienen, indes mit einem ^ ausgezeichnet; die vier Halb-jahrsbändchcn durch ein Inhaltsverzeichnis ergänzt. Hinter den ein-