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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Ausstattung und Text der ausländischen Kataloge. Bibliographie seit 1648. Z19

zclncn Titeln stehen kurze Bemerkungen, betreffend die Form des Inhalts,die Brauchbarkeit, den Leserkreis, für den das Buch besonders geeignet ist,die Würdigung, den Hauptinhalt, den Autor, seinen Ruf, seine übrigenWerke, seine Bedeutung, die Ausgabe, Ausstattung u. dergl.; hier undda sind sogar zur Probe kleine Stücke aus dem betreffenden Buche ab-gedruckt. Der Katalog schloß mit dem letzten ^-Buche des Lagers, be-hielt also ganz den Charakter eines Lugcrkatalogs.

Dieses Katalogwesen war ein Gewächs, das ganz aus dem besondernBoden des Buchhandels emportricb. Griffen die Buchhändlerkatalogcauch zum Teil weit in die Vergangenheit zurück, näherten sie sich ineinigen Beispielen einer den Rahmen des Lagerkatalogs überschreitendenGeschichte der Gelehrsamkeit", brachten sie Fachkataloge hervor und be-gannen sie mit litterarischen und bibliographischen Notizen versehen zuwerden: sie blieben doch an das Lager, wie es sich gebildet hatte undweiter bildete, an den lebendigen Strom des Geschäftsverkehrs, wieweitzurückliegendes Material er auch abgesetzt haben, wie tiefliegendes Ge-roll er auch neu aufwühlen mochte, gebunden. Die systematische Zu-sammenfassung der Bücher überhaupt, namentlich der ältern und derältesten gedruckten Littcratur und der Fachliteratur, wie die Theorie derBüchcrkunde war die Sache der Bibliographie als solcher. Sie lag,wiewohl auch weiterhin vielfach der Buchhändler mit dein Gelehrten Handin Hand arbeitete, ja zuweilen selbständig hervortrat, in den Händender Gelehrten. In Deutschland machten den Anfang Hottingers Vier-facher Bibliothekar 1664, Lomeiers Bibliothekcnbuch 1669, MorhofsPolyhistor 1688, der bis 1747 zahlreiche Auflagen und Nachträge er-lebt hat; Frcinckes Bücherplan, 1748, blieb unvollendet. Neben denTheoretikern waren Literarhistoriker und Bibliothekare thätig: PeterLambcck, kaiserl. Bibliothekar in Wien , G. M. König, I. G. Schiele,Chrstph. Hendrcich, dessen Brandcnburgische Pandekten freilich beimBuchstaben L stecken blieben. Mit Christ. Gottl. Ludovici in Witten-berg versuchte sich auch ein Verleger als Herausgeber einer KidliotüseaeuriosÄ (2. Auflage 1703, Fortsetzung 1705), ohne aber den Erfolgvon Struves kleiner ausgewählten litterargeschichllichen Bibliothek (1704),die bis 1763 in Jena in sechs Auflagen, 1754 auch in einer Neu-bearbeitung, Frankfurt-Leipzig erschien, oder der Werke von Benj. Hedrich