Gelehrte Bibliographie. Georgis Bücherlexikon, Z^l
lich buchhündlcrischcn Bücherlexika; wenigstens keine gedruckten. Umdie ganze Büchcrmasse, wie sie von Jahr zu Jahr und Jahrzehnt zuJahrzehnt im Buchhandel umlief, für den geschäftlichen Gebrauch bei-sammen zu haben, mußte man sich schriftliche Handkntalogc anlegen: diesogenannten „Bücher-Memoriale". Da erschien im Jahre 1742 desLeipziger Buchhändlers Thcophil Georgi (im Mcßkatalog, mit 97 Artikeln,von 1707 bis 1741) dem Grafen Brühl gewidmetes vierbändiges „All-gemeines Europäisches Bücher-Lericon". „In welchem," so heißt es imTitel weiter, „nach Ordnung des viotioimrii die allermeisten Tutore« oderGattungen von Büchern zu finden, welche . . noch vor dem Anfange desXVI. Lseuli bis 1739 inclusive . . in dem Europäischen Thcilc der Welt,sonderlich aber in Teutschland, sind geschrieben und gcdruckct worden. Bcyjedem Buche sind zu finden die unterschiedenen I^Mimuz», die Jahr-Zahl,das Format, der Ort, der Verleger, die Anzahl der Bögen und der Preiß."Also die erste Weltbibliothek nach Gesncr! Zu Stande gekommen aufecht buchhändlerischem Wege: ähnlich wie der erste gedruckte Meßkatalognichts anderes war als der Abdruck des vervollständigten Buchhändlcr-Taxlmchcs einer Messe, so ist dieses Büchcrlexikon nach der Erklärungdes Herausgebers sein „sogenanntes Bücher-Memorial, das ist ein solchBuch, darinnen aller Verlag derer Buchhändler, nach Ordnung des'Alphabets zu finden". Schon bei seinen Lehrjahren auf dem Buch-handel verspürte Georgi einen ziemlichen Abgang an dem Gedächtnis;er begann deshalb die Aufzeichnung schon damals zur Privatnotiz, führtesie 53 Jahre lang fort uud brachte so ciuc Sammlung von über120000 Titeln zu Stande. Gelehrte und Buchhändler begehrten denDruck; und ihn: selbst war „ohne allen Streit gewiß, daß bei einemBuchhändler die Wissenschaft und Kenntnis derer Bücher die rechte Seeleund das ganze Leben und dasjenige sei, was ihm Nutzen schassen, undwomit er der gelehrten Welt am füglichstcn dienen könne". 1753 er-schien ein fünfter, die französischen Autoren umfassender Teil (der eigent-lich die Werke aller romanischen Sprachen und der englischen Spracheenthalten sollte). Georgi hatte auch die glückliche Absicht, die sich in-dessen erst viel später verwirklichen sollte, regelmäßige Supplemente, allerfünf oder zehn Jahre, erscheinen zu lassen. Drei stattliche Bände, dieneuen Bücher, aber zugleich Ergänzungen enthaltend, sind in Leipzig 1750—1758 erschienen; das Hinnnögehcn über die bloße Verzeichnung
Geschichte dc-Z Deutschen Buchhandels. II, 21