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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Kapitel: Der Buchhandel.

der neuen Bücher hat das Untcrnchmen erdrückt. 6'corgiS Büchcrlcrikon,unmittelbar aus dem Geschaftslcbcn erwachsen, konnte in erster Link-auch nur für dieses von Bedeutung sein; daS gedruckteBüchermemorial"dicute als Lagerinventur der Buchlädcn und Antiqnarhandlungcn; bisein neuer Gedankeninhalt die alten Lager entwertete.

Dem Betriebs- und Betriebsmittel deo Katalogs und des biblio-graphischen Werkes treten in unserm Zeitraum zur Seite die Vertriebs-mittel der Zeitung und des Journals. Bordem ersetzte den Mangel auchauf diesem Gebiete das Briefschreiben; handelte cS sich beispielsweise umdas Werk eines Jesuiten , so wußte sicher männiglich im Orden schonlängst vor Erscheinen um das bevorstehende große Ereignis; ein BambergcrVerleger bestellte l«!i>8 in demselben Briefe, in dem er dem FrankfurterDrucker im Namen des Verfassers, eines Würzburger Jesuiten , für denschönen ersten Aushängebogen dankt, zugleich schon zehn Exemplare desWertes ins Eollcg nach Etlingcn,"' Und entsprechend in andern Fällen.War es das Buch, das sehr natürlicherweise die gelehrten Zeitungenhervorrief: so war es auch das Buch, das den Gegenstand der erstenAnzeigen in den politischen Zeitungen gebildet hat. Auch hier gingdas Ausland uns voran; La Bruyerc (f 1696) verweist den Zeitungenschon den aufkommenden Gebrauch, nicht nur einfach Titel, Verleger,Ausstattung, Art des Druckes und Preis der Neuigkeit auzukündigcu,sondern auch noch eine Kritik dazn liefern zu wollen. Wir haben derfrühesten Büchcranzeigen in deutschen Zeitungen schon in einem der vor-angegangenen Kapitel ^ Erwähnung gcthan. Im Wienerischen Diariumerschienen solche von den ersten Nummern ab (1703): zuerst nur Artikeldes Zeitungsverlegers selbst, dann auch solche anderer Buchhändler (undBuchbinder) betreffend.In beiden, den politischen und den gelehrtenZeitungen, machte der Buchhändler nicht nur seine fertigen Bücherbekannt, sondern zeigte er dem Publiknm auch bevorstehende Er-scheinungen an.^" Auch hier in Deutschland machte sich alsbald diesogenannteraisonniercndc Bücheranzcigc" geltend. Als Prcußcu alserster Staat mit der Organisation und fiskalischen Ausbeutung des Au-zcigewcsenS vorging und dafür die besondere Gattung der Jntelligcnz-blättcr schuf, in denen die Anzeigen ursprünglich ausschließlich bekanntgemacht werden mnßten, während dann ihre nur iu einem andern Blatte