Halle.
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in Lüneburg , hatte Frcmcke für 2 gr. 5 Pf. das Exemplar gelieferterhalten — aber das war der buchhändlcrische Particpreis (200 Exem-plare zu 20 Rthlr.). Die Großoktavbibel kostete 10 Groschen. Die erstemit stehendem Satze hergestellte Auslage des Testaments erschien 1714,der Großoktavbibcl 1717: es war bereits die vierte resp. sechste Auf-lage; die Ersparnis war so wesentlich (für die Duodezbibel berechneteman einige Jahre später, daß bei stehender Form an jeder Auflage400 Rthlr. Setzcrlohn erspart würde), daß das Testament von dersechsten Auflage an (1714, sie war in drei Wochen ausverkauft; Auf-lagehöhe seit dieser Auflage 6000) für 18 Pf., die Großoktavbibel vonder sechsten an für 9 Groschen verkauft wurde (die Preise verstehen sichüberall ungebunden, auf ordinär Papier). 1715 erschien die erste Auf-lage der ebenfalls mit stehendem Satze hergestellten Duodczbibel; siekostete, bei „etwas schlechterm" Papier, 6 Groschen: es wurde die weit-verbreitetste, in den Schulen eingeführte Bibclausgabe. Als so be-deutend, wie, Elers die Leistungsfähigkeit der stehenden Lettern geschätzthatte, nämlich auf eine Zahl von über 550000 Exemplaren, erwiessie sich allerdings bei weitem nicht. Die erste stehende Satzvorrichtung —und das, obgleich von der damals in Halle angelegten Schriftgießereigerühmt wurde, es sei ihr nach vielem Streben gelungen, eine dauer-hafte Schriftmasse herzustellen — hielt aus: beim Neuen Testament (1713—24) 80000, bei der Großoktavbibel (1717/30) 75000, dannbei der Duodezbibel (1722/32) 120000 Exemplare. Schon imOktober 1714 mußte Canstein in einer „Ausführlichen Nachricht" dieAnstalt beim Publikum entschuldigen, daß sie nicht von Zeit zu Zeitso viel Exemplare habe liefern können, als verlangt worden seien. DieNachricht berichtet auch von der im Buchhandel herrschenden Empörungüber die unerhörte Konkurrenz — wie andrerseits einige Buchhändlerdurch die Bibclanstalt bereits erzogen worden seien: so werde jetzt einin Anspach erschienenes Neues Testament mit Psalter für 9 Kreuzer(rund 2 gr. 6 Pf.) verkauft. Als Canstein starb, waren zwanzig Auf-lagen des Neuen Testaments und je acht der Großoktav- und derDuodezbibel oder in Exemplaren: 100000 Exemplare des Neuen Testa-ments und je 40000 der beiden Bibeln abgesetzt. Die Bibelanstaltbestand seitdem — ohne alle weitern fremden Beisteuern — als eine(im Kassen- und Rechnungswesen davon getrennte) Abteilung der Buch-