!',5>4 5- Kapitel: Das bibliopolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Ceusur.
Anosicht, jährlich für 2000—3000 Thaler dahin abzusetzen, Inzwischenmachten sich, wie wir das schon in Hatte fanden, auch in Berlin diefranzösischen Flüchtlinge bemcrklich. Zuerst unter den Buchbindern.Die Zahl der Berliner Buchbindcrmcister war außerordentlich hoch an-geschwollen: im Jahre 1678 bestanden deren sieben, im Jahre 1688fünfzehn, sodaß im Jahre 1689 auf Antrag der Buchbinder die Innungaus sechs Jahre geschlossen wurde. Dennoch wurde schon 1693 Arnauodu Sarrat, dann 1696 sein Bruder Jean als Buchbinderfreimeister(die zu den Kosten der Innung nichts beisteuerten) zugelassen. Derletztere legte sich dann, da seine Buchbinderei keinen sonderlichen Auf-schwung nahm, der ausdrücklichen Vorschrift des Privilegs zuwider aufdeu Büchcrhandcl und verband damit gleichzeitig die erste Leihbibliothek(1704). Im Jahre 1730 zählte die Innung 19 Meister mit 27 Ge-sellen und 14 Lehrlingen/'' Weiter aber trat außer der HallcschenWaisenhaussilialc (1702; 1710 Privileg auf einen zweiten Buchladen»1704 eine fünfte privilegierte Buchhandlung hinzu und bauten Joh. Mich,und Joh. Audr. Rüdiger den zunächst bedeutendsten kurbrandenburgischenVerlag aus l 1695-1747 527 Artikel); Joh Mich. Rüdiger wardabei seit 1693 gleichzeitig für Güstrow und Schwerin konzessioniertund hat als Berliner und Güstrowcr Buchhändler bis zum Jahre 1734gewirkt.^ Gedruckt wurde übrigens der Rüdigcrsche Verlag größtenteilsin Coburg, Rudolstadt, Erfurt . Nicht weil es an Berliner Druckereiengefehlt hätte; Berlin zählte im- Jahre 1706 bei 48000 Einwohnernderen zehn.^ Es ist ein außerordentlicher Aufschwung, deu Bcrliudamals genommen hat; im Jahre 1678 hatte es zwei Buchhändler, zweiBuchdrucker und sieben Buchbinder gehabt.^" Es entsprach seinem ge-waltigen allgemeinen Fortschritt; am Schlüsse des Dreißigjährigen Kriegszählte es 6000, als der Große Kurfürst starb (1688) zählte es 18000,als Friedrich Wilhelm I. starb (1740) 70000 Einwohner oder mehr."Dabei hatte die Regierung alle Mühe, sich neuer ungestümer Bnch-handlungskandidaten zu erwehren. Als Gottfried Gädickc, der Faktor derHalleschen Waiscnhausfiliacc, 1715 mit einem Gesuche um Konzession zueinem Buchladcn für sich mit Hinsicht aus die große Zahl der bestehendenBuchhandlungen abgewiesen wurde, wiederholte er seine Eingabe bereitsacht Tage darauf, worauf ihm „solches nugestümes Zoilicitiren ernstlichverwiesen" und ihm anbefohlen wurde, „sich dessen ins künftige bey