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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Magdeburg, Züllichnii. Stettin, Stralsund. Danzig . Königsberg. Z^7

Leipziger Buchführcrs Easp. Elosmann, Thyincs Buchhandlung zu Frank-furt und Stettin erwerben zu dürfen; wird abgewiesen mit demBescheide, die Freiheit sei bereits an David Rhcte vergeben. Esscheinen danach in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts nebendrei Druckereien vier Buchhandlungen (die von Rhetc, Eichhorn undNie. Barthold begründeten und die Thymesche) bestanden zu habend

Wie in Pommern eigene Vcrlagshnndlungcn von einiger Bedeutungnicht erwachsen sind, so standen auch die pommerschen Druckereien imganzen abseits von der Beschäftigung für die größere Vcrlagsproduktion;hören wir doch im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts, daß in derStralsunder Druckerei bis dahin nichts als Gesang- und andere Er-bauungsbücher, Schulbücher, Gclcgcnheitspredigtcn, -gcdichtc und -aufsätzcgedruckt worden seiend" Ein Reskript vom Jahre 1707 ist an denBuchdrucker und Buchhändler Andr. Mcder und den Buchführer Fieviggerichtet; in diesen beiden scheint danach Buchdruckern und Buchhandelin Stralsund damals bestanden zu haben." Das Gebiet war beherrschtvon Rostock, Frankfurt a. O., Berlin ; von ihnen aus, besonders vonden erstem beiden Städten, wurde es buchgewcrblich besiedelt: Stral-sund sowohl wie Grcifswald haben ihre ersten dauernden Druckereienvon Rostock aus empfangen.^ Das Land wurde vielfach mit buch-händlcrischen Filialen auswärtiger Stammgeschäftc besetzt; der Zug desbraudenburgischcu und mecklenburgischen Verlags ging dabei hinsichtlichdes Drucks, wenn er nicht in der eigenen Stadt veranstaltet wurde,ebenso wie z. B. der des schlcsischcn nach Sachsen-Thüringen.

Der Danzigcr'" Verlag beginnt sich in den Meßkatalogen erst mitGeo. Marc. Knoch in der Mitte der 1730er Jahre stärker bemerklichzu machen. Durch unscrn ganzen Zeitraum bestanden die 1538 vonFranz Rhode (spätere Wcdelschc Hofbuchdruckerci^ und 1605 von Wilh.Guilemothanus gegründete Druckerei (jetzt Ludwig Grocning). Im ganzenbestanden in den 1670er Jahren drei Druckereien, die Errichtung einervierten wurde abgelehnt. Von 1681 bis 1720 bestand die Druckerei vonJoh. Friedr. Gräfe, von 1711 bis 1737 diejenige des Professors PaulPater. Unter den reinen Buchhändlern ist Konrad van Beughem her-vorzuheben; seit 1687 hatten die Wacsbcrgc eine Danziger Handlung.

Das nordöstlichste deutsche Buchhandclscmporium war Königsberg.^Hier haben wir seit den 1650er Jahren die geschlossene Zahl von fünf