Genannten zuerst überragte, in den um die Jahrhundertwende gelegenenJahrzehnten nicht erreichte, seit 1714 noch stärker übertraf. Produktivernoch waren Gottfr. Liebernickel, 1690—1707, Benj. Schiller (der 1712aus der Leipziger Ostcrmesse starb) und seine Wittwe, 169-1—1721, undvollends Gottfried und Christian Licbczcit, 1685—1721 (473 Artikel).Mit diesem auf annähernd gleicher Stufe standen Sam. Heyl seit 1711(vorher, seit 1707, mit Gottfr. Liebezcit associiert), Joh. Chrstph. Kißner(-s- 1735), dessen Nachfolger Christian Herold war, der RatsbuchdruckcrConr. König, Chrn. Will). Brandt. Der thatkräftigstc Verlag aberwar der von Theod. Chrph. Felgincr (geb. 1686 in Wittenberg , f 1726)und seiner Wittwe seit 1721 (bis 1742 430 Artikel); in den letztenJahren unseres Zeitraums war mit der Fclgincrschen Handlung derjunge Joh. Carl Bohn (geb. Breslau 1712) associiert. Dabei herrschte einstark ausgeprägtes Associntionswcscn: Naumann und Geo. Wolsf, Bens.Schiller und Joh. Chrph. Kißner, Sam. Heyl und Joh. Gottfr. Liebe-zcit, Cour. König und Gottfr. Richter haben je an 50 bis 150 Artikelzusammen verlegt.'^ Die Hamburger Buchdruckerordnung von 1651wnrdc von vier Buchdruckern 'beschworen; Gcszner nennt für das Jahr1740 sieben Hamburger Druckcrhcrrcn, sodaß bei ihm Hamburg iu derReihe der fünstgrvßtcn deutschen Druckerstädtc steht; dagegen bestandennach ncucrn Angaben^ im Jahre 1742 in Hmnlmrg 13 Druckereien.Buchhändler mögen seit den 1670er Jahren in Hamburg jederzeit etwasechs nebeneinander thätig gewesen sein. In Altona (und Flensburg )thatcn sich seit 1729 die Gebrüder Körte hervor. — Iu Rostock warder größte Verleger im 17. Jahrhundert Joach. Wilde (1645,70 289Artikel), dcsscu Verlag nach seinem Tode freilich in den siebzigerJahren stark zurückging und dann, noch bis zu Beginn der 1730er>>alirc bemerkbar, zu gänzlicher Bedeutungslosigkeit herabsank. An seineStelle traten im neuen Jahrhundert mit einer der Joach. Wildcschcnan Umfang gleichen Vcrlagsthätigkeit Joh. Heinr. Rußworm und, seit1714, Geo. Ludw. Fritsch. Im ganzen bestehen in Rostock in den1720er Jahren vier Vcrlagshandlungcn.^" Rostock war das Vuch-händlerscminarium für Mecklenburg , wie z. B. Frankfurt a. O. für dieNcumark nnd Pommern: Rußworm (f 1730) besaß Buchläden zugleichin Schwerin nnd Güstrow ." Biel geringer war die Vcrlagsthätigkeitdes Bremischen Verlegers Jac. Köhler im 17. Jahrhundert; seit 1691
Druckschrift
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Seite
361
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