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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Z64 7- Kapitel: Tas bibliopolischc Deutschland ; Absah. Preis, Nachdruck, Ceusur.

die Lebenszeit des Enkels, Johann Matthäus Mcricms (16591716),als Künstler des größten und berühmtesten der Familie. Dann erfolgtejäh der Niedergang; die einzige überlebende Tochter heiratete Joh. Friedr.Eosandcr v. Göthe , ehemaligen preußischen Hofbaudircktor, Gesandtenund schwedischen Offizier, der alles andere als ein Mchrcr desMcriauschcn Verlagsreichö war; ein Brand im Jahre 1726, dem dergrößte Teil der im Frankfurter Karmcliterkloster lagernden Verlags-vorrätc zum Opfer fiel, gab der FirmaMerians Erben" den Rest.Die oben (S. 122) erwähnten Verglichenen Punkt« vom Jahre 1669find mit 17 Unterschriften versehen; in Frankfurter Eingaben und Proto-kollen aus den Jahren 1715, 1727 und 1737^ unterschrieben sich alssämtliche Buchhändler Frankfurts am Main acht, neun und dreizehn Buch-händler, wobei in der letztgenannten Zahl Gänzel, der Frankfurter Faktordes Hallcschen Waisenhauses, nicht mitgerechnet ist. Zu Beginn der1740er Jahre zählte Frankfurt 14 Buchhändler (wovon drei zugleichBuchdrucker)"'' und als bedeutendste Druckerstadt desReichs" nachGcßncr"'' 8 Buchdruckercicn mit 53 Gehilfen und 7 Postulanten,während im Jahre 1664 zwölf Druckerherren mit fast 100 Gesellenbestanden haben sollen"' und ebenso viele auch noch im Jahre 1722^angegeben werden.

Der Vorort des eigentlichen süddeutschen, und zwar besonders desprotestantischen süddeutschen Buchhandels war Nürnberg . Es stand seitältesten Zeiten in besonders enger Verbindung mit dem cngcrn Leipziger Meßbczirk, war aber in seinen Interessen zugleich aufs engste mit demGedeihen der Frankfurter Messe verbunden; ging die buchhändlerischkräftig sich entwickelnde Stadt doch sogar einer Zukunft entgegen, inder sie sich, Leipzig die Stirn bietend, wiederholt an Stelle des gesun-kenen Frankfurt zu einer neuen Centrale eines in sich geschlossenenNeichsbuchhandels aufzuschwingen gedachte. Hervorragend durch seiltenVerlag, war es zugleich nach Frankfurt der wichtigste süddeutsche Kom-missiousplatz. Die Endtcr waren die Kommissionäre der Cotta inTübingen ^, Stein und Raspe diejenigen von Heidegger u. Komp. inZürich/ " Die Endter^ waren das produktivste und festgewurzeltsteBuchhäudlcrgeschlccht wohl von ganz Süddcutschland. Die Meßkatalogeverzeichnen für unfern Zeitraum 1381 Eudtcrsche Artikel. Der Stamm-vater, Georg d. Ä., hatte sich 1612 vom Geschäft zurückgezogen; in