Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
365
Einzelbild herunterladen
 

Frankfurt a. M. Nürnberg. 365

unsern Zeitraum hinein ragcn Wolfgang d. Ä. (1- 1659), Michael undJoh. Friedrich (bis 1682), Wolfgang d. I. if 1655) und besondersJohann Andreas (f 1670). Wolfgang d. I. (7 1655), der in Genf die französische Sprache und bei Ludw. Dan. Elzcvicr den Buchhandelerlernt hatte, übernahm 1651 zusammen mit seinem Bruder JohannAndreas (1- 1670) die Sortimcntshandlung des Vaters, Wolsgangs d. Ä.,uud im Jahre darauf kauften sie Jer. Dümlers Buchhandlung undDruckerei an. Ihr Nachfolger war Wolfgang Moritz (f 1723). ImJahre 1680 vereinigten er und Joh. Andreas d. I. mit ihrem Geschäftdie alte Stammdruckcrei; vom Jahre 1684 ab führte Joh. Andreasallein die Druckerei «natürlich daneben zugleich Buchhandel treibend),Wolfgang Moritz aber nur deu Buchhandel weiter: es ist die spatereJoh. Ad. Stcinschc Buchhandlung, deren Besitzer zu Beginn des 19. Jahr-hunderts Johann Philipp Palm war. Johann Andreas gab 1699 dieDruckerei ebenfalls auf (sie wurde angekauft von Joh. Ernst Adclbulncr).Daneben bestanden die von Michael und Joh. Friedrich 1643 begonneneDruckerei und Buchhandlung, seit 1717 im Besitze von Joh. Daniel,und die Druckerei von Georg Andreas seit 1684, die 1717 Joh. Heinr.Gottfr. Erncsti übernahm. Freilich sind auch die Endter ein Geschlecht,dessen Gesicht nach rückwärts gewandt ist. Ihre größte Zeit liegt inden ersten Jahrzehnten unseres Zeitraums: 1649/80 738 Artikel,während vou da bis 1722 500, von 1723 ab nur noch 146 Artikel.Von ihnen abgesehen, that sich in den ersten Anfängen unseres Zeit-raums zunächst Joh. Tauber hervor; bedeutender waren Joh. Hoffmann(1663/98 369 Artikel) und Joh. Zieger (16771711 353 Artikel).Als der Nächstbedcutende trat 1699 neben sie Wolfg. Michahellcs, bis1716; die Vcrlagsthätigkcit der Hoffmannschen Erben aber, seit 1701,läßt bedeutend nach. Eine neue Generation größerer Verleger erstandseit etwa der Mitte des zweiten Jahrzehnts, alle bis zum Ende unseresZeitraums oder darüber hinaus reichend: die bedeutendsten sind Pct.Eonr. Monath (1713,39 370 Artikel), der seine Buchhandlung 1713gründete und 1728 Kais. Kön. Nieocrlüger in Wien wurde^, und Joh.Dan. Taubers Erben, 17161737, ihnen zunächst Joh. Friedr. Rüdiger,in größcrm Abstand auf sie folgend Ad. Jonath. Felßecker uud seineErben, P. Ehr. Riegel; von Buggel Seitz 1719/37 nur 17 Ar-tikel. Im Jahre 1724 endlich beginnt der zukunftsreiche Verlag von

^