Zg8 7- Kapitel: Das bibliopolische Deutschland : Absatz, Preis, Nachdruck, Censur,
dercn Ruhm bald Europa erfüllen sollte. 1707 erschien der ältesteHomcmnschc Atlas mit 40 Karten, 1712 der „Atlas von hundertCharten", d. h. 36 der vorigen Karten vermehrt um 64 neue: „Eshat in meinem Teutschcn Hochwcrthcsten Natterland vor mir noch keinemdas Glück gewollt, ein solch complet geographisches Werck an das Lichtzu bringen", schreibt Homann in der Vorrede, 1716 der „Große Atlas"in 126 Blättern, d. h. 99 der „Hundert Charten" vermehrt um einenTitel, 22 Karten und 4 Tafeln, 1719 der außerordentlich beliebte^.tlas instuoclieus. . ack lustlloäuui HudnermiiAlli in 18 den Namennur mit Anfangsbuchstaben bezeichnenden Karten kleiner» Formats; außer-dem erschienen in den Jahren 1716—1724 53 Landkarten, Städte, Pro-spekte und Himmelskarten; endlich sind noch 18 weitere Karten und 8weitere Prospekte vorhanden. Daneben lieferte die Offizin — die ihrenSitz bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in dem großen, nochheute stehenden Fembohaus hatte — Armillarsphüren, Taschcngloben,geographische Uhren. Homann war, seiner wissenschaftlichen Befähigungunbeschadet — obgleich der Wert seiner Karten unleugbar unter der Hastder Produktion zu leiden hatte —, in erster Linie Verleger, Unternehmer,Geschäftsmann; und der geschäftliche Erfolg seines Unternehmens, das fichauf die Mitarbeiterschaft der besten geographischen Autoritäten stützte (vorallen Joh. Gabr. Doppclmayrs in Nürnberg und Joh. Hübncrs in Ham-burg , den Karten- wie Buchverleger damaliger Zeit so gut für ihre geschäft-lichen Zwecke dienstbar zu machen wußten) und exakt ausgeführte, nachHübncrs Methode aufs praktischste illuminierte (die politischen Gebiete mitverschiedenen Farben der ganzen Fläche nach übermalt, die weitere Ein-teilung durch Nuancen derselben Farbe hervorgehoben, die Farben derselbenLänder aus allen Karten übereinstimmend, zuweilen sogar die konfessionellenVerschiedenheiten durch Farben angezeigt) und durchgängig im gleichenFormat (48 X 55 ew) gehaltene Karten zu einem billigern Preise als dasAusland lieferte, war ein ungeheurer. Eine englische Karte kostete7—8, eine französische 6—7, eine holländische 5—6, eine deutsche Karte4—5 Groschen. „Die mehrsten holländischen Land-Charten-Machcr",sagt 1730 ein deutscher Geograph^', „haben mir selbstcn mit vielerBeschwerung versichert, daß, da sie ehemals alle Jahre etliche hundertund tausend Land-Charten über Hamburg, Leipzig, Frankfurt und andererOrten in Teutschland svcdirt haben, nunmehr seitdem die Homännische