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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Nürnberg .

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Land-Chartcn aufgekommen, des Jahres kaum zchcn oder zwantzig ver-langt werde»." Die Kgl. Prcuß. Socictät der Wissenschaften zu Berlin erwählte Homann zu ihrem Mitglied l171ö), Karl VI. erhob ihn zumRom. Kaiscrl. Geographus (171ü) und Peter der Große ehrte ihn mitdein Titel eines Moskowitischcn Agenten und der Verleihung einergoldenen Kette und zweier silbernen Medaillen (1722).^ Nach seinemTode, 1724, folgte als Inhaber des Geschäftes sein Sohn JohannChristoph, Doktor der Arznciwisscnschaft. Erst 1703 geboren, starb erschon sechs Jahre nach dem Tode dcs Vaters : achtzehn Karten sind indiesen Jahren unter seinen? Namen publiziert worden, davon vier vonihm selbst gezeichnet (verbessert); seine Nachfolger waren sein SchwagerJoh. Georg Eberspcrger (16951760) und Homanns Hallenser Studicn-gcnossc Joh. Mich. Franz, der spätere Professor der Geographie zuGöttingen (17001761), den Homann zum Mitcrbcn einsetzte. Nament-lich I. M. Franz ging dann über die beiden Homann weit hinaus;fast alle Homannschcn Karten nichtdcutschcr Länder sind Kopien der ver-schiedensten fremden Originnlkartcn ohne kartographische Übereinstimmung,und mit den Ergebnissen neuerer Forschungen schritten sie nur teilweisefort. Die von Johann Baptist« begründete Handlung war eine derfrühesten Vcrlagsspezialisicrungen. Die Offizin war stolz darauf; erst1741 verlegte sie ihr erstes Buch, indem die Inhaber dabei ausdrücklichbemerkten, daß sieeigentlich keine Buchhändler" seien; in der Pflegeeiner Spezialität erblickte die Firma das Merkmal des höherstehendenVerlegers gegenüber dem bloßen Kaufmanns-Buchhäudlcr.^

Es verdient augemerkt zu werden, daß in Nürnberg , der Stadt soreger buchhändlcrischcr, künstlerischer und geschichtlicher Interessen, eindeutscher Buchhändler auch eineHistorie der Buchhändler" plante. InNürnberg erschienen die ersten Porträtgalcrien deutscher Buchhändler; der-selbe Noth-Scholtz, der dieleonss" veranstaltete, trug sich aber auchmit dem Gedanken einer Buchhändlcrhistoric, die die Firmcngcschichte undden Vcrlagskatalog aller deutschen und außcrdcutschcu Buchhandlungenenthalten sollte. Im Jahre 1710 begann Noth-Scholtz die Vorarbeitenund veröffentlichte bald darauf den genauen Titel:Kurtzer Versuch zurAlten und Neuen Historie derer Buchhändler > worinnen nicht allein desBuchhandels Löbl. Anfang, glücklicher Fortgang, und gegenwärtiger Zn-stand kürtzlich beschrieben wird; sondern auch die Herrn Buchhändler welche

Geschichte des Deutsche» Buchhandels . II. 24