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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Fachbildung. Nicht- und Anchbnchhündlcv,

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Georg Petcr Mouath, der Sohn dcs 'Nürnberger Buchhändlers ConradMonath (f 1747), lernte zunächst Lesen und Schreiben und kain dann indie Svitalcrschulc; dauu bekam er Hauountcrricht bei einem Theologenund lernte daneben Reiten, Fechten und Tanzen (er hatte drei Tanzlehrer),Französisch, Geometrie, Zeichnen und Musik i besonders Violine). Danebenführte ihn der Vater von früh auf in die Buchhandlung ein, nahm ihnschon als Knaben mit ans die Messen, und vom Jahre 1733, von seinemfünfzehnten Jahre an, schickte er ihn allein auf die Messen nach Frankfurt und Leipzig.^ Nur von der buchhändlcrischenKavalicrsreise" wird hiernichts berichtet. So weit wie die Buchdrucker auf ihren Wanderungenkamen die Buchhändler nicht herum, aber in verschiedenen Konditionenhier und dort waren sie vor ihrer Selbständigkeit fast alle gewesen, undauch bei den Buchhändlcrsöhncn gehörte ein langjähriger Aufenthalt aus-wärts, womöglich auch außerhalb des Reichs, eigentlich zur Regel. DerLeipziger Buchhäudtcrsohn Johann Scheibe (geb. 1629, 1- 1671) wurdezuerst durch Hauslehrer unterrichtet und besuchte darauf die Nicolaischulc;er trat dann in den Bnchladen dcs Vaters ein und hielt sich nachherzuerst sechs Jahre in Hamburg, dann als Diener in Kopenhagen auf^.Der Baseler Buchhändler Joh. Phil. Nichter (geb. 1655, f 1706) hieltsich nach seiner Lehrzeit in Basel (1670/77) sechs bis sieben Jahre(1677 83)dcs Buchhandels wegen" in Genf, Lyon, Paris, Holland undDeutschland cmf."s Gottfried Gottlob Richter in Bautzen (17071738)war sechs Jahre in der Fremde, und zwar in Nürnberg, Altdorf, Augs-burg, Magdeburg, Lüneburg und Hamburg , sein Sohn Carl Gottfrieddrei Jahre in Hof, Würzburg, Augsburg, Marburg und Frank-furt a. M.^° Als Lehrzeit galt eine Zeit von sechs Jahren, die meistmit einer halbjährigen Probezeit begannt"

Das Eindringen nicht fachmännisch erzogener und gebildeter Ele-mente in den Buchhandel und die Übuug unsoliden Geschäftsbetriebsgerade von ihrer Seite nun war es, worüber laut und viel Klagegeführt wurdet" Die Preise einiger Bücher wissen, sie verkaufenund vertrödeln können, sagt eine Schrift aus den dreißiger Jahrendes 18. Jahrhunderts, mache noch lange nicht den rechten Buchhändler;solche tollkühne Eutrcprcncurs aber, denen die nötige Wissenschaft undErfahrung abginge, gebe es jetzt in Menge.Vom buchhandel sindsie uicht hcrgctommcu, die tchrjahrc siud sie noch schuldig. Ihre vorige