Pennehrte u. vcrutiuderte Ausgaben. Tcio Privileg cils Beglaubigung guier Ware.
Vorschriften, Nicht aber dafür allein. Die Borbercituugcn, die derErteilung eines kaiserlichen Privilegs vorangingen^, zeigen deutlich, daßdiese Erteilung so behandelt wurde, als sei sie abhängig von der staat-lichen Beurteilung des littcrarischen und sogar des geschäftlichen Wertesdes zu privilcgicrcudcn Werks. Die Gesuchstcllcr führten in ihrenEingaben die Güte und hohe Nützlichkeit des Werks an, betonten undbegründeten die Notwendigkeit seines Erscheinens ans dein Büchermärkte,rühmten es nach Kräften, hoben besondere der Littcratur nützliche Seitenhervor, gaben an, was es Neues enthalte und welcher tüchtige Gelehrtees verfaßt habe, und hoben nicht selten die sichere Aussicht auf gutenAbsatz hervor. Freilich war diese Fassung der Gesuche, wie sehr sieauch für die Bcrgcgenwärtiguug des im Privikegwcseu eigentlich ent-haltenen Geistes von Bedeutung ist, für die Praxis doch nur eine reineFormfache. Denn eine Ablehnung auö dergleichen ^runden findet sichanch nicht ein einziges mal. Abgelehnt wurde höchstens hier und dadie beantragte Dauer des Privilegs, indem z. B. eine erbetene Privilcg-frist von zwanzig Iahren auf die meist üblichen zehn Jahre vermindertwurde.'"^ Andrerseits konnte der bezeichnete Charakter dcö Privilegsim Kampfe zwischen Nachdruck und Original zu Gunsten des erstcrnden Ausschlag geben. In den 1720er Jahren druckte der Würzburger Buchdrucker Nausch ciu deutsches Gebetbuch: „^esns, Maria Hütff";als es aber nicht abging, hat er sich „eines Falsums besonnen", dasBüchlein „K. ?. ^Igrtini von l^oenems Baumgarten" getauft, denBaumgarten „vornher angedruckt" und „mithin zimblichc LxemMria.fortgebracht". Als aber Naufch von dem auf dcu Baumgartc» kaiserlichprivilegierten Joh. Mayer in Mainz wegen Nachdrucks verklagt wurde,wußte er in einer von der Würzburger Censur attestierten Eingabe vomJahre 1726 darzuthun, daß Mayers Privileg erloschen sei, weil dessenAusgabe (Großer Baumgnrtcn, Ausgabe vom Jahre 1723) zahlreicheFehler enthalte. „Den H. Geist einzugießen", oder „hcrtzliche Neu",waren „male sonantin."; Sätze wie: „O armer Jesu! wie wars dochmöglich, daß du für großeu schmcrtzcn nicht gar von hinnen kämest?"gehörten zu den „xsssiius 80ng.nt.ig.". „Nimm mit meinem elendigenGebctt sürlicb", oder: „der du mit unzähligen seufzern seufzest", waren„löi'wiiü ineM", Wendungen wie: „durch deine srölichc Himmelfahrt",„tsrmini ineonArnknwL"; „ein cintziges Quintlcin von Dcmuth", oder
Geschichte des Deutschen Buchhandel.?. II. 28